Oboe

Das Leben ist oft ein Kreislauf und mich hat dieser wieder zurück zum Musikmachen geführt. Da ich mich jedoch wieder Oboe zugewendet habe, läuft mein Vorhaben mehr unter „Geräuschemachen“ hinaus. Denn auf der Oboe wirklich spielen und das vielleicht auch noch etwas gut, dafür braucht man Jahre und die habe ich noch nicht.

Macht nichts. Ich habe wieder Lust, aus meinen Oboen ein paar gute Geräusche herauszuholen. Dafür habe ich sie vor ein paar Tagen aus dem Schneewitchen-Schlaf geholt, von innen geölt und mich auf die Suche nach einem passenden Probenraum gemacht.

Die Oboe ist sehr laut (im Vergleich zur Blockflöte) und klingt von einem Anfänger gespielt mehr als schrecklich. Also brauche ich einen Raum, wo ich niemanden mit meinen Geräuschen auf den Sender gehe. Allein das Gefühl, anderen Menschen mit meinem Versuch, der Oboe ein paar Geräusche zu entlocken, auf den Sender zu gehen, würde mir auf den Sender gehen und darauf habe ich am allerwenigsten Lust.

Die Oboe ist ähnlich den Galaxien – gute Töne sind für den Anfänger auf der Oboe nur schwer bis nicht zu finden. Sie entziehen sich wie tief im Weltall verborgene Galaxien, sind wie diese Millionen Lichtjahre und mehr entfernt. Naja, vielleicht nicht ganz so weit…

Ich brauche eine guten, einen geeigneten Proberaum, der mindestens 15 Grad Celsius plus aufweist, der zugfrei ist und wo ich niemandem auf den Sender gehe und der nicht allzuweit entfernt von meinem Wohnort liegt. Das sollte machbar sein, auch wenn es sicher einige Zeit dauert. Die Bürgermeisterin und die Pastorin habe ich in der Vergangenheit schon mal darauf angesprochen, was dabei heraus kam, war die Kirche, die im Winter arschkalt ist und auch nicht 24 Stunden geöffnet – also nicht ideal. Außerdem ist eine Kirche kein richtiger Probenraum, zu sakral, zu düster. Natürlich gibt es auch helle Kirchen, aber die, die für mich in Frage käme, liegt zu weit weg und ist halt trotzdem eine Kirche.

Für den Klang ist eine Kirche sehr angenehm, aber was ich brauche, das ist im Moment eher der pure Sound, der reine Klang der Oboe – mal schauen, was wird. Am Start habe ich eine gebrauchte und grundüberholte Incagnoni Roma und eine gebrauchte und grundüberholte Gebrüder Mönnig – beide habe alle Klappen, sind professionelle Instrumente.

Aber sie müssen zum Leben erweckt werden – es muss ihnen wieder eine Seele eingehaucht werden, bzw. ihre Seele „wachgeküsst“. Und dafür brauche ich einen intimen Raum, nur für mich und das, bzw. die Instrumente.

Natürlich könnte ich auch Blockflöte spielen, aber natürlich auch irgendwie nicht. Im Grunde wollte ich schon vor 30 Jahren mal Oboe spielen, war auch dicht dran an einem gebrauchten Orchesterinstrument, aber ich hatte nicht das Geld. Jetzt habe ich alles beisammen, fehlt nur ein Raum. Und den werde ich über kurz oder lang finden.

Und dann bin ich gut aufgestellt:

1. Hunde

2. Teleskope

3. Campingstuhl

4. Oboen.

Schlafen will und muss ich auch noch und arbeiten ebenso. Und hinter der Glotze abgammeln kann ich auch sehr gut. Also, irgendwie alles bestens.

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