Zwangskollektivierung

Zwangskollektivierung fand 1961 in der ehemaligen DDR statt – den Bauern wurde das Land weggenommen und in staatlichen Besitz überführt und die Bauern sollten fortan in einem Kollektiv den „volkseigenen“ Boden bestellten, wozu natürlich nicht alle große Lust verspürten.

Mir geht es ungefähr so, wie den Bauern damals in der DDR – ich habe ich paar Stichworte, die das benennen, von dem ich meine, dass es mir gut tut – der Rest läuft unter „Zwangskollektivierung“.

Das, was mir gut tut, lässt sich in 13 Begriffen festmachen: Ich, Alina & Lea, meine Freundin, Teleskope, Auto, Filmchen, Schlaf, Schopenhauer, Schreiben, people, Haushalt, Essen, Campingstuhl. Wenn ich im Rahmen dieser Begriffe zu handeln in der Lage bin, dann geht es mir gut – alles andere fällt unter Zwangskollektivierung.

Vor allem bei der Arbeit. Dort bin ich mit Menschen zusammen, mit denen ich freiwillig nicht zusammen sein würde. Dort muss ich mich so verhalten, wie ich mich nicht immer verhalten würde. Dort muss ich dort sein, wo ich freiwillig nicht sein würde.

Aber alle Lebenslagen, die nicht mit den oben genannten Begriffen zusammengeführt werden können, sind Zwang, Elend und im Grunde böse. Böse Orte, böse Menschen, böse Umstände, alles im allen die reine Form des Bösen.

Sie kennen das, auch Sie verkehren an solchen Orten unter ähnlichen Umständen. Dazu bekomme ich dann noch regelmäßig unter die Nase gerieben, dass ich kein Alpha-Mensch bin, kein Beta-Mensch, sondern ein Gamma-Menschen (Aldous Huxley lässt grüßen).

Die Formen der Zwangskollektivierung, ob im Straßenverkehr, bei der Arbeit, beim Einkaufen, überall dort eben, wo man ich an öffentlichen Orten bin, diese Zwangskollektivierung muss ich einfach so hinnehmen – nicht bewerten und bloß nicht vertiefen. Sie ist ungefähr das, was I. Kant das nannte, was man nicht ändern kann, worüber man sich also auch nicht aufregen sollte. Recht hat er gehabt.

Zwangskollektivierung ist eben auch, wenn ich bei allerschönsten Wetter, an welchem auf dem Flughafen der bunteste Flugbetrieb herrscht, schlafen und arbeiten muss. Dazu der Himmel sternenklar… Dennoch nahm ich mir gestern Nachmittag ein Stündchen und fuhr allein zum Sportflughafen. Die Sonne schien, es war weder zu kalt noch zu warm und alles was fliegen konnte, war in der Luft: Sportmaschinen, Segelflieger, Gleitschirmflieger, Fallschirmspringer, Lerchen und ein Milan.

Ich saß am Rande der Szenerie in meinem Campingstuhl und beobachtete alles durch mein Fernglas (10×50) und es war gut, einfach nur gut. Es ist für mich wichtig, dass ich nicht immer nur gehe, sondern mich draußen auch einfach mal ganz in Ruhe irgendwo hinpflanze und der „Natur“ lausche.

Das sollten Sie auch tun und Sie werden merken, wie gut das tut. Telefon und Gesellschaft sollten sich dabei möglichst meiden.

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