Selbstkritik

Idioten werden mich bis an das Ende meines Lebens als Gesellschaft begleiten – diese Tatsache war mir schon mit ungefähr 14 Jahren eindeutig bewusst. Mein Umgang mit Idioten hat zwei Schwächen:

1. ich bin geneigt Idioten zu belehren (was nie funktioniert) und

2. ich bin geneigt Idioten zu beschimpfen (weil ich sie nicht … darf)

Wenn ich Idioten beschimpfe und/ oder versuche zu belehren, geht es mir im Anschluss immer mies. Also sollte ich dies tunlichst unterlassen. Die Frage ist, warum ich es bisher nicht unterlassen habe, sie zu beschimpfen und/ oder belehren zu wollen?

Meine Antwort ist folgende:

Einen Idioten belehren zu wollen ist sehr verführerisch, da seine Handlungen meist so vollkommen verblödet daherkommen, dass man den glauben haben MUSS, er MÜSSE diese Verblödung einsehen – was jedoch ein Irrtum ist. Idioten sind u. a. dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht belehrbar sind und glauben, immer im Recht zu sein. Es ist als die Verfühung, der nachzugeben zu unterlassen ist.

Einige Volltrottel in meinem Umfeld würde ich gerne das geben, worum sich mich unbewussterweise gelegentlich bitten. Gäbe ich es ihnen, würde ich jedoch ins Gefängnis gehen. Nicht, dass ich es ihnen nicht gerne geben würde, aber es ist halt verboten und ins Gefängnis will ich nicht. Bleibt die Beschimpfung, die allerdings nichts bringt, da viele mich umgebende Volltrottel nicht mal verstehen, das ich sage. Und so zwischen den Zeilen die Botschaft der Verachtung durchblicken zu lassen hat sich damit auch erledigt.

Welche Erkenntnis bleibt?

Man muss Idioten in Ruhe lassen, man darf sie nicht belehren und nicht beschimpfen, sondern man muss sie einfach sein lassen wie und was sie sind: idiotische Idioten.

Und ihnen natürliich man Maßgabe der Möglichkeiten aus dem Weg gehen.

So – das habe ich jetzt anscheinend verstanden. Es sind weniger die Idioten, die mir auf den Sender gehen – was mir auf den Sender geht, das ist mein bisher falscher Umgang mit ihnen. Aber das kann sich ja ändern und bessern.

Hoffen wir das Beste, in diesem Sinne, Ihr Jörg Baumann.

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