Arthur Schopenhauer

Die Einsamkeit der Nacht – wer mit Einsamkeit nicht umgehen kann, wer sie nicht zu schätzen weiß und sie geradezu sucht, der sollte nicht weiterlesen.

Ich liebe die Einsamkeit. Mit meinen 55 Jahren habe ich auch andere Zeiten durchlebt, in denen ich dachte, die Einsamkeit würde mich zermürben, aber diese Zeiten sind vorbei. Sicher, ich brauche ein paar Menschen, welche das Attribut „Mensch“ auch verdienen, der Rest dieses Haufens an Müll und Verderben kann mir gestohlen bleiben.

Wenn man ihnen nicht entfliehen kann, muss man die Affen einfach aushalten. Man sollte nicht versuchen, vernünftig mit ihnen zu reden, weil man sich dadurch selbst zum Affen macht. Wer Bock darauf hat, der kann dies natürlich tun.

Das Einzige, was hilft, das ist die innere Emigration. Wenn man in einem Spiralarm der Volksverblödung zu verweilen gezwungen ist, dann muss man halt schauen, dass man von der Verblödung nicht allzusehr affiziert wird. In meinem Fall heißt das schweigen und zwar so gut es geht.

Wenn vernünftige Wesen nicht greifbar sind, dann muss man halt in die Vergangenheit schauen, ob sich da nicht jemand findet, der mit Herz und Verstand ausgestattet sein Leben verweilte. Diesen nehme man sich dann zur Gesellschaft und mache das Beste daraus.

Es gab und gibt aktuell viele Menschen, die es bedeutend schlechter getroffen haben als ich und ich beneide sie keineswegs. Aber nur, weil es jemanden noch schlechter geht als mir, geht es mir noch lange nicht gut. Das wird oft vergessen.

Weil die Menschen halt blöd sind, also verblödet, so dorftrottelmäßig. Sie glauben, weil sie sich irgendwelche Dinge anschaffen, seien sie nicht verblödet, aber vielleicht sind sie es gerade deshalb. Wenn ich mich so in meinen Kreisen umhöre, dann treffe ich tendenziell auf niemanden, der auch nur den Hauch einer Ahnung vom Weltall hat.

Richtig doof sind die Provinzidioten, die ihren Landkreis auf zig Jahre nicht verlassen habe, kein Buch gelesen habe und meinen, sie hätten irgendwas zu sagen, was irgendjemanden, der kein Vollidiot ist, interessiert.

Meine Gesellschaft in der Not ist aktuell Arthur Schopenhauer (1788-1860). Wenn Sie die deutsche Sprache verstehen, dann empfehle ich Ihnen die Ausgabe des Diogenes-Verlages, in dieser sind die lateinischen und altgriechischen Zitate übersetzt.

Ich muss nicht nur „denken“, eine innere Distanz zum dem Drecksloch, in welchem ich mich zwangsweise befinde, aufzubauen, sondern diese Distanz tatsächlich herstellen. Das bedeutet, dass mir 99,8 Prozent oder mehr komplett am Arsch vorbeigehen sollten. Wahrnehmen ist o.k., aber dann heißt es, die Erkenntnis sogleich an den Ort verbringen, wo sie hingehört, nämlich in die innere Abzugshaube (ohne Filter).

Die Kunst besteht darin, dass von dem Müll und den Müllmenschen da draußen sowenig wie möglich in einem, in diesem Fall in mir, hängen bleibt.

Wenn ich mit meinen Hunden ums Eck ziehe, dann hält sich die Wahrnehmung des Mülls in Grenzen. Zwar haben die Menschen überall ihren Müll hinterlassen, Papier hier, leere Flaschen dort, eine Windel an dieser Stelle usw., usw. Leere Schachteln, Papier, was man halt so wegwerfen kann, Menschenkackhaufen mit entsprechendem Papier, Nahrungsverpackungen usw., usw. Außer tote Menschen, dieser Müll liegt nicht am Wegesrand – ansonsten – alles.

Dazu kommen die überdünkten Felder, die Monokulturen der Bäume, die Nutzwiesen und die Dörfer, in welchem hinter jeder Tür der Schrecken des Elends wohnt. Ansonsten geht es ganz gut, wenn ich mit meinen Hunden ums Eck ziehe. Weil ich eben auch dort unterwegs bin, wo ich höchstwahrscheinlich niemandem begegne, höchstens so im Vorbeigehen und das auch nur sehr selten.

Ich muss einfach lernen, meine Umwelt, so sie denn ist, wie sie gerade jetzt im Augenblick ist, an mir vorbeiziehen zu lassen, ohne das etwas davon in mir hängenbleibt.

Es ist also am besten, mich mit mir selbst zu beschäftigen und mit dem, was ich, außer dem Müll in mir, sonst noch bin.

Und da habe ich drei Säulen:

1. meine Hunde, die mir das Liebste sind

2. meine Teleskope, die mir offenbaren, dass es vielleicht bessere Orte gibt als diesen

3. die Filmchen von Youtubern, welche die Teleskopie und das Outdoorleben zum Inhalt haben

Meine Freundin hilft mir, das Ganze halbwegs zu ertragen und komplett an der Menschheit zu verzweifeln, mein Auto gibt mir das Gefühl, dem Idiotismus zumindest phasenweise entkommen zu können.

Ansonsten sind da noch die Texte Arthur Schopenhauers, der zwar schon lange tot ist, aber sein Geist lebt weiter und ist, in meinem Fall, der mir angenehmste in dieser Trostlosigkeit geistigen Vakuums.

Die Menschen haben den Galaxien Namen gegeben, z. B. NGC 4565 oder M 51 usw. Unsere Galaxie heißt IQ000. Das trifft es ziemlich genau, wobei wir die Galaxie noch nicht genauer erforschen konnten – weil wir halt Menschen, bzw. Affen sind.

Wenn das Weltall gewollt hätte, dass wir alles verstehen, dann würden wir das wohl auch, aber der Wille war anscheinend ein anderer.

Also, machen wir das Beste aus der Einsamkeit. Für stille 6 Minuten empfehle ich Ihnen bei youtube: Sterne Größenvergleich 2. Wenn Sie dieses Video geschaut haben werden, dann bekommen Sie vielleicht eine Ahnung davon, was ich meine.

Das Meiden der Menschen ist das höchste Gut. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei einer Menschenbegegnung auf einen hoffnungslos Totalvertrottelten stoßen, liegt bei schätzungsweise 99,8 Prozent oder höher. Also ist es angeraten, Fremde tendenziell zu meiden, da die Wahrscheinlichkeit, auf einen Vollidioten zu treffen, ungefähr bei 1 liegt.

Ich halte es mittlerweile für überflüssig, mit Menschen sprechen zu wollen. Am besten sitzt man seine Zeit mit ihnen ab, schweigt und fährt wieder davon. Man braucht sie die wandelnden Geisteskrüppel nicht klug oder irgendwie gut zu reden versuchen, das wäre Selbstverarschung und Selbstverarschung ist ungefähr das Blödeste, was man sich antun kann.

Man sitzt also seine Zeit mit den Deppen der Gegenwart ab, schweigt, kümmert sich um Dinge, die einigermaßen erfreulich sind und fertig. Irgendwann muss man nicht mehr mit den Deppen zusammensein, dann fährt man davon und kann sich glücklich schätzen, wenn einem von der unmittelbaren Vergangenheit nichts nachläuft.

Das ist sowieso die Kunst – einerseits sich so wenig vom Vollpfostentum der Menschen affizieren lassen und wenn man sie denn dann auf Zeit los ist, gedanklich nicht an ihnen festzuhängen. Einige sind so doof, dass es nicht leicht ist, nichts von ihnen in einem haften zu lassen, aber das ist vielleicht nur Training.

Die Yacht muss laufen – dieses vergrübelte Dasein bezüglich der Doofheit der Menschheit, das hilft nicht weiter. Die hohe Kunst des Daseins ist für mich: In der Gegenwart von Vollidioten nicht selbst einer zu werden.

In diesem Sinne, Ihr Jörg Baumann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.