Outdoor ist out

So mit Rucksack und allerlei Krempel durch den Industrieforst stapfen, das finde ich lächerlich. Eine Zeit lang dachte ich daran, dies zu tun, aber es ist lächerlich. Man geht fünfzig Meter durch Industrieforst, in Norddeutschland „Stangenwald“ genannt und stößt dann auf einen Acker, dann auf eine Wiese, dann auch zwanzig Meter Stangenwald, Acker, Wiese, Straße, Dorf, Acker, Wiese, Industrieforst – die Vorstellung daran für mich ungefähr so attraktiv, wie ein fünf Gänge Menue in einer schmutzigen Autobahnparkplatz-Toilette einzunehmen.

Zu der Erkenntnis kam ich nach meinem letzten Praxistest mit Rucksack, Krempel und meinen Hunden. Also orientierte ich mich neu und bin jetzt dort gelandet, wo ich bin: Mit dem Auto, den Hunden und dem Krempel irgendwo (wo es so dunkel wie möglich ist) hinfahren, abparken, Campingstuhl aufstellen. mit den Hunden die Gegend abgehen, das Teleskop aufbauen und die Nacht dort verbringen. Das ist den äußeren Gegebenheiten Norddeutschlands angemessen. Hier gibt es kein Abenteuer Wandern, hier gibt es nur Zivilisation und der Wald ist kein Wald, sondern höchstens ein industriell genutzter Stangenwald, eine Plantage.

Demnach brauche ich auch nicht so zu tun, als könnte ich hier irgenwie Abenteuer erleben – hier nicht.

Also mit Auto und Hunden und allem was ich für nötig erachte irgendwo abpacken und fertig. Zurzeit herrschen hier in der Nacht noch Minusgrade, was die Sache zeitlich begrenzt sinnvoll macht, aber sobald es wärmer ist, kann ich mich gut mit Schlafsack und Isomatte neben meinem Auto ablegen und schlafen. Die Hunde kommen mit fünf Meter Leine an einen Erdanker und können wählen, ob sie im Kofferraum schlafen oder irgendwo außerhalb. Die Kofferraumklappe bleibt auf, also kein Problem. Sollte sich irgendein ungebetenes Menschenschwein nähern, sagen mir die Hunde rechtzeitig bescheid und somit auch dem Menschenschwein, welches sich dann sicher entschließt, Abstand zu halten.

Ich denke auch, dass die Aura meines unendlichen Hasses auf Menschen (zumindest denen der Gattung Arschloch) und die sichere Nase sowie das Knurren und Bellen meiner Hunde für selbige, auch dem stumpfsinnigsten Affen erkennbar machen, dass es besser ist, sich schnellsten zu verpissen. Denn wenn ich etwas  verabscheue, dann ungebetenen Besuch während meiner Abschlaffphasen mit meinen Hunden, egal ob zuhause oder draußen.

Wenn ich zuhause mit meinen Hunden kuschel und es klingelt an der Tür, würde ich am liebsten mit einem 45er Colt an die Tür treten und durch diese, ungeöffnet, das Magazin leeren. Zum Glück haben die meisten Menschen, die in mein privates Umfeld treten könnten, verstande, dass es besser ist, dies zu unterlassen. Ich muss und kann nach 55 Lebensjahren sagen, dass mich Menschen unendlich anöden. Ich kennen keine Materie, die mich mehr anödet als Menschen.

Dachte ich eine Zeit lang, es wäre interessant, ihre Psyche und Verhalten zu verstehen, so muss ich heute sagen, dass dieses Interesse vollständig verschwunden ist. Da habe ich einen Haken hinter gemacht. Gut, ein paar Menschen gibt es, die einigermaßen erträglich sind (mehr aber auch nicht), aber im Großen und Ganzen empfinde ich ihre Gegenwart nur als die Verkörperung des Blöden, als materialisierte Verblödung. Nicht indem, was sie sonst so tun (Straßen bauen, Strom erzeugen, Nahrungsmitttel verarbeiten, Zähne reparieren usw.), sondern in der Art ihrer Unterhaltungsfähigkeit, welche ich für meine Person als nicht gegeben bestimmen muss.

Die Teleskophersteller machen einen guten Job, wie überhaupt die meisten Menschen einen guten Job erledigen, keine Frage, aber als Unterhalter meinerseits taugen derart wenige, dass es statistisch betrachtet besser ist, allen Unbekannten aus dem Weg zu gehen. Sicher geht da auch der ein oder andere „Trüffel“ den Bach runter, aber der Trüffel ist dann wiederum nicht so toll, dass er die Bekanntschaft der vielen Affen rechtfertigen würde.

Nein, in meiner Freizeit verschwende ich keine Zeit mehr mit Menschen, die so insgesamt dumm wie Schifferscheiße sind. Dafür ist mir mittlerweile die Zeit (welche auch nur so eine Erfindung der „Menschen“ ist) zu kostbar.

Nutzen Sie also Ihre Zeit, viel Erfolg bei Ihren Bemühungen, Ihr Jörg Baumann.

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