Pain in the ass…

Das Leben ist oft wie Schmerzen im Arsch, echt ätzend. Am ätzenden ist es für mich, wenn ich mit Halb- oder Vollidioten einen Raum teilen muss, wie zum Beispiel während der Arbeit. Aber da ich nicht reich bin, muss ich arbeiten, also mit den Schmerzen im Arsch zurechtkommen.

Das gelingt am besten, wenn ich die Kommunikation mit meinen Mitmenschen gegen Null fahre und mich auf etwas konzentriere, was mir gut tut. Zum Beispiiel die Beschäftigung mit Astronomie oder Textchen wie diesen hier.

Wenn wir einigermaßen genau hinschauen, dann ist festzustellen, dass Leben die Ausnahme zu sein scheint. Vor unserer Geburt waren wir die längste Zeit keine Menschen und nach unserem Tod werden wir vermutlich die längste Zeit keine sein. Diese läppischen 50 oder mehr Jahre, die man hier so als Erdenbürger verbringt, sind in astronomischen Dimensionen ungefähr nichts, oder weniger als nichts – 10 hoch minus 9 oder so.

Also kann ich das hier mittlerweile alles nicht mehr ernst nehmen. Ernst wird es, wenn mir oder meinen Hunden jemand blöde kommt, ansonsten kann mich alles mehr oder weniger am Allerwertesten.

Um bei dem ganzen Dünnpfiff auf der Erde halbwegs zufrieden zu sein, muss ich etwas tun, was mir gut tut. Zum Beispiel mich mit Seelen umgeben, die gut sind. Wie zum Beispiel die Seelen meiner Hunde, die jede für sich ungefähr das wiederspiegeln, was ich von mir zu sein wahrnehme. Der eine ist eher hektisch und auf Krawall gebürstet, sehr lieb und ist am liebsten bei mir – der andere ist eher ruhig, besonnen, hat die beste Wahrnehmung und ist distanzierter. Wenn es ernst wird, ist der letzte jedoch der gefährlichere von beiden. Sie sind also angenehme Zeitgenossen für mich, an deren Qualität die meisten mir bekannten Menschen nicht im Ansatz heranreichen.

Also meide ich Menschen so gut es geht und ziehe stattdessen lieber mit meinen Hunden durch die Gegend. Und wenn ich frei habe und nachts der Himmel klar ist, dann nehme ich mir meinen Hund Lea, meine Teleskopieausrüstung und ziehe nach draußen. Dort hängen wir dann gemeinsam ab. Lea im Kofferraum mit geöffneter Klappe, so dass sie mir beim Teleskopieren zuschauen kann, ich am Teleskop oder im Campingstuhl, bei heißem Tee und Zigarette.

So kann ich das Leben einigermaßen außhalten. Die Vorstellung, dass während unserer Gassirunden noch noch Mensch oder gar mehrere dabei sind, ist mir sehr unangenehm, ebenso wie die Vorstellung, während meiner Teleskopiezeit einen oder mehrere Menschen um mich zu haben. Sie würden mir letztlich meine gute Stimmung versauen, allein aufgrund der Tatsache, dass sie zu blöde sind. Meine Hunde nehme ich als bedeutend klüger war, als die mich umgebenden Menschen. Und von uns dreien ist Alina eh die klügste. Man mag es nicht glauben, aber es ist so.

Und man kann das gerne auch anders sehen, aber wer das anders sieht, der gehört meines Erachtens zu den gewöhnlichen Flachzangen, die mich schon mit fünf Jahren nicht mehr interessierten.

Zuhause hinter der Glotze hängen und irgendein Filmchen schauen, gemütlich, liegend im warmen Raum, draußen durch die Gegend schlendern, in aller Lässigkeit und den Hunden beim Schnüffeln und Mäusejagen zuschauen und gemütlich im Campingstuhl sitzen und den Sternenhimmel beobachten und geistige Betrachtungen anstellen – so lässt es sich einigermaßen über die Runden kommen.

Was mir am wenigsten fehlt, sind die ganzen Dünnschisslaberer, die wie Sand am Meer die Erde bevölkern. Ohne sie geht es zwar auch nicht, aber ich muss sie in meiner Freizeit nicht um mich haben. Und ich kann sagen, dass mir die Vermeidung ihrer Gegenwart aktuell sehr gut gelingt und es mir damit ziemlich gut geht.

Auf dass es auch Ihnen gut ergehen, in diesem Sinne, Ihr Jörg Baumann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.