Sensationeller Alltag

Wie gesagt, ich bekomme ungefähr überall einwandfreies, bestens geprüftes Trinkwasser aus allen möglichen Leitungen in allen möglichen Haushalten. Das allein ist schon phantastisch, bedenkt man die prekäre Lage das Trinkwasser betreffend auf dem Rest der Erde. Dann kann ich wirklich an jeder Ecke Nahrungsmittel in allen Varianten kaufen und Delikatessen im Internet bestellen, welche mir recht flott vor die Haustür gestellt werden. Dann habe ich es in allen Räumen immer genau so temperiert, wie ich es will. Dazu wohne ich großzügig, was bedeutet, dass ich zwei Zimmerchen für mich allein habe und meine Freundin ebenfalls. Dazu besitze ich einen Ford Touring mit 120 Pferdestärken, der einwandfrei fährt. Dann habe ich zwei super freundliche und clevere Hunde, die für sich ein eingespieltes Team darstellen, wie auch mit mir ein ebenso eingespieltes Trio. Meine Freundin ist darüber hinaus ebenfalls clever und freundlich und klar in der Birne. Einige Menschen, die ein Gehirn haben, welches gut entwickelt ist und die selbiges auch benutzen, kenne ich ebenfalls. In meiner unmittelbaren Umgebung befindet sich ein einwandfreier Gassigehplatz, nämlich um einen Sportflughafen herum, zudem ein riesiges Areal an Wildwiese gehört. Ich habe ungefähr 30 Meter Bücher von der auserlesensten Sorte, soviel Musik wie ich will und sogar ein paar gute bis sehr gute Musikinstrumente. Schreibkram besitze ich im Überfluss, neben Computer, Ipad und Mobiltelefon, sowie einiger Fotoapparate. Von Fahrrädern will ich gar nicht erst anfangen, von diesen besitze ich drei, ein normales, eines für Touren und eines für Rennen, inklusive Ausrüstung. Wo ich bei Ausrüstung bin, über eine komplette Campingausrüstung verfüge ich ebenfalls, wie auch über die unterschiedlichsten Schachspiele und zwei digitalen Schachuhren. Englische Literatur über meine Lieblingsschachspieler (Fischer, Steinitz) nenne ich ebenso mein eigen. Schlafsäcke besitze ich für jede Temperatur, von minus 20 Grad Celsius bis hin zum Sommerschlafsack. Gute Baumwoll- und Schafwolldecken kann ich stapeln. Naja, und dann kommt noch der ganze Kleinmist dazu, der sich ungefähr im Unendlichkeitsbereich bewegt. Mein Job ist darüber hinaus so, dass ich dort in Ruhe schreiben kann, lesen und übersetzen und mir in der Regel niemand auf den Sender geht. Auch arbeite ich überwiegend, also fast ausschließlich nachts, was mir genügend Zeit für Streifzüge mit meinen Hunden gibt.

So, noch was vergessen? Na klar, da ist noch die Infrastruktur, welche ungefähr die beste auf der gesamten Erde ist. Und dann kommt so ein Flüchtlingsdussel und will Wasser aus Plastikflaschen oder Tetrapacks, weil im das am besten geprüfte Lebensmittel Deutschlands, das Trinkwasser aus der Leitung, nicht gut genug ist – da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das meine ich damit, dass viele Menschen nicht mal zum Affen taugen.

Um dieser Gefahr, zum Affen zu werden, zu entgehen, habe ich mich neu orientiert – und wer war Mitinitiator dieser Verwandlung? Mal wieder meine Hunde. Denn mit ihnen zog ich zuletzt ohne Ausrüstung um den Flughafen und war oft nahe daran, die Geduld zu verlieren, wenn sie mal wieder ausgiebigst an einer Stelle nach Mäusen schnüffelten und Tiefbauarbeiten erledigten. Also beschloss ich, mich für die Gassirunden wieder voll auszurüsten – und, siehe da: alles bestens; einwandfrei!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.