Spenden und die Schläue von Hunden

Für Menschen spende ich nichts. Das heißt nicht, dass ich anderen Menschen finanziell nicht unter die Arme griff, aber damit ist jetzt Schluss; sie sind es nicht wert. Menschen richten die Menschen und den Planeten zugrunde. Wieso sollte ich für jemanden Geld spenden, der mich und meine Umwelt unwiderbringlich und notwendigerweise zugrunde richtet?

Gut, das hat alles einen Haken, aber ich spende meine Kohle lieber für Hunde. Wenn ich mit ein paar Kröten ein paar Schnaufis täglich einen vollen Napf und ein Dach über dem Kopf sichern kann, dann tue ich lieber das. Hunde sind treue Seelen. Wenn man gut mit ihnen umgeht, also hundegerecht, dann sind sie echt die besten Kumpels, egal ob Hündin oder Rüde, wobei ich Hündinnen bevorzuge. Ich glaube, die sind schlauer 🙂 Und ich mag einfach schlaue Hunde.

Schlaue Hunde sind nicht die, die alles das tun, was das Herrchen befiehlt, sondern die, welche sich eine gewisse Reserve behalten. Die können sie natürlich nur behalten und positiv anwenden, wenn sie ein halbwegs cleveres Herrchen haben; also eines, das darauf schaut, was mit dem Hund los ist. Das heißt nicht, dass meine Hunde in all ihren Vorbehalten bestimmte Situationen und Menschen betreffend richtig liegen, aber meistens liegen sie nicht ganz falsch.

Hunde richten die Welt nicht zugrunde – andere Tiere tun dies auch nicht, aber meine Sympathie gehört nunmal den Hunden. Sie stiften mich, der tausendmal am Tag über denselben Mist nachzudenken geneigt ist, dazu an, sorglos zu sein, einfach, so, atmen, gehen, schauen, weiteratmen, staunen, gehen. Gerade das Nonverbale ist so klasse an ihnen. Sie können nicht wie Menschen sprechen und dennoch verstehen wir uns ziemlich gut. Ich würde sogar sagen, dass ich mich mit meinen Hunden besser verstehe, als mit den meisten Menschen (Hunde sind irgendwie „tiefer“, Menschen meist oberflächlich blöde und vollständig erklärbar, also total öde). Sicher ist, dass sie mich besser kennen als die meisten Menschen. Sie wissen, wie ich gelaunt bin, oft bevor ich eine Ahnung davon habe, wie es mir geht. Und sie wissen, wie es mir wirklich geht. Sie schauen oder schnüffeln kurz ins Schnüffelzentrum meiner Ausdünstungen und wissen bescheid – untrüglich.

Von Hunden lernen, das heißt auch zu lernen, den Selbstbetrug, so gut es geht, zu minimieren. Denn wenn meine Hunde meinen, dass ich mich niedergeschlagen fühle, ich aber auf Clown mache, dann werde ich für sie unglaubwürdig, dann misstrauen sie mir. Für doof halten sie mich wohl nicht, denn meinen Intellekt werden sie nicht prüfen. Sie schauen, wie ich bin, prüfen, ob ich in meiner Gesamtdarstellung für sie stimmig bin und gut ist. Ist diese Gesamtdarstellung für sie gestört/ unstimmig, dann bin ich oder werde ich in ihren Augen nach und nach zu einem unsicheren Kantonisten, dem über kurz oder lang nicht zu trauen ist. Und das wäre oder ist nicht gut.

Hunde sind halt gute Kumpels, weil sie menschlicher sind. Die meisten Menschen sind Hornochsen und dazu noch antisozial, überhaupt meist komplett unfähig zu irgendwas, was mich interessiert. Meine Hunde können zum Beispiel herrlich entspannt sein. Die meisten Menschen, die ich kenne, stehen dauernd unter einer gewissen negativen Grundanspannung, was sie schon mal für mich als Gesellschaft disqualifiziert. Dann schlaffen meine Hunde stundenlang in Ruhe ab. Die meisten Menschen müssen sich dauernd mit irgendeinem Scheiß beschäftigen, kommen nicht zur Ruhe, was sie ebenfalls für mich als Gesellschaft unmöglich macht. Meine Hunde haben eigene Standpunkte, verteidigen diese, lassen sich aber auch überzeugen. Die meisten Menschen, die ich kenne, haben auch ihre Standpunkte, aber das sind mehr so in Stein gehauene Sätze, die sie meist selbst nicht verstehen, geschweige denn dass sie in der Lage wären, diese zu hinterfragen. Also, auch hier: aus die Maus.

Warum sollte ich also für diese Hornochsen auch nur einen Cent spenden? Damit sie weitere Hornochsen zeugen können, die dann wieder allen Nichthornochsen auf den Sender gehen?

Keine Chance! Nö, da spende ich lieber für Hunde. Das sind treue Seelen, die eine Menge mitmachen, die nicht gleich die Contenance verlieren und die nicht nachtagend sind. Sie sind im Gegenteil stets positiv mir gegenüber eingestellt. Und es ist ihnen egal, ob ich eine Rolex trage oder eine Sanduhr, ob ich zu Fuß gehe oder im Rolls Royce unterwegs bin (wobei sie das zu Fuß gehen wohl präferieren). Hunde sind wachsam, passen auf dass alles in Ordnung ist, sie melden sich, wenn etwas nicht stimmt und machen auch Attacke wenn es drauf ankommt. Und nicht nur so blablabla Attacke, sondern richtig, mit allem was drin ist.

Diese Art Gesellschaft brauche ich, deshalb spende ich für Hunde.

 

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