Reisebericht Schwarzwald 09.2021 Teil 5

Immer noch der 05.09.2021 – wenn ich bedenke, wann ich zuletzt mal gut los war? Vielleicht mit Dörti und den Hunden Kerstin an der Ostsee besuchen.

Aber diese Lahmarschzeiten sollten jetzt ein Ende haben. 

Man lernt nie aus. Wir gingen also zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr los, nachdem ich Alina ein bisschen wohlwollend überredet hatte. Sie lief auch gut mit, besser als sonst. Den Weg zur Hütte ins Tal wollte sie nicht gehen, also nahmen wir eine andere Piste, auf der sie bereitwillig folgte. Dort trafen wir ein Radlerpärchen, dass sie offensichtlich verfahren hatte. Sie fragten uns, ob wir wüssten, wo wir seien. Ich hatte ja die Karte dabei, sagte, dass ich mich nicht auskenne, aber eben eine Karte hätte, welche ich dem Herren bereitwillig zum Studium aushändigte. Er kam irgendwie nicht so richtig klar mit der Verortung (logo, sonst hätten sie sich ja nicht verfahren) und so sprang ich ein und half ihm auf die Sprünge. Das dauerte zwar etwas, aber nachdem ich gefragt hatte, ob sie es eilig hätten, nahm alles seinen Lauf. Der Knabe fand die Orientierung wieder, seine Frau war glücklich und Alina und Lea und ich zogen unseres Weges. Alina meinte dann in die Matschpampe, den Matschpampenweg gehen zu müssen, was wir dann auch taten. Irgendwann waren wir an einer Sackgasse angelangt, was uns zum Umkehren zwang. 

Auf dem Hauptweg angekommen, wollte Alina sogleich wieder in Richtung Heimat. Mir war das zwar nicht ganz recht, aber ich ging mit, weil ich dieses Gezerre und Geseter einfach leid war. Nachher betitelte ich Alina eine Flasche, die zu nichts zu gebrauchen sei, als völlig untauglich. 

Aber ich musste zurückrudern, wie so oft in meiner Einschätzung meiner kleinen Klugscheißerin. Denn zum Einen hatte ich gesagt und mir vorgenommen, es etwas ruhiger und kürzer angehen zu lassen und zum Anderen war ich mir wegen des Wetters unsicher geworden. 

Die Vorhersage hatte für 15 Uhr starken Regen angesagt (der ausblieb) und da es gestern ziemlich gewitterte, war ich mir mit dem Hüttenweg etwas unsicher. Und weil Alina nicht auf den Kopf gefallen ist, hat sie dies vermutlich alles gecheckt und sich entsprechend verhalten.

Jetzt liegen beide platt wie die Briefmarken mit halbgeschlossenen Augen in der Gegend rum und dösen. Zuhause angekommen, haben wir uns dann wie üblich den Wanst vollgehauen und ich sitze jetzt hier und schaue auf meinen Kaffee und freue mich auf den neuesten Youtube-Beitrag von Thomas Gast. Darin geht es um die Exzellenz, das exzellente Handeln in der Fremdenlegion und ich muss feststellen, dass ich mit meiner Einstellung höchstens Mittelmaß bin. Im Hintergrund grummelt ein Gewitter. 

19.00 Uhr – Entschluss des Abbruchs des Aufenthaltes.

Fazit:

Negatives/ zu Änderndes

1. die nächste Unterkunft sollte eine Einzelhaus, möglichst ohne Nachbarn sein

2. die Unterkunft könnte komfortabler, sprich größer sein und der Garten exklusiv für mich und die Hunde

3. Ggf. mit Dörti fahren, da Alina Dörti vermisst haben könnte

4. Alina weiter daran gewöhnen, nicht zuhause zu übernachten; sie wollte auch nach viereinhalb Tagen nicht länger Gassigehen

Positives

5. Lea hat sich prima angepasst, war dabei und machte einen guten Eindruck, lief einwandfrei

6. die Landschaft des Schwarzwaldes war wunderschön, die Wege top, das Gehen eine große Freude

7. die Selbstversorgung hat hervorragend funktioniert

8. die Mitnahme des Elektronikequipments war ok., Griechisch-Kram kann ich reduzieren

9. die Autofahrt hat Laune gemacht, auch wenn sie etwas lang war

10. der Ford fuhr einfwandfrei und hat sich vollständig bewährt, gutes Fahrzeug, kaum bis kein Ölverbrauch auf 1800 Km

Summa summarum war es ein guter Trip. Es war ein Experiment, mittels dessen ich Erfahrungen sammeln wollte und letztlich gesammelt habe. Der Trip sollte der Auftakt zu weiteren Touren sein und hierfür hat er mir wertvolle Hinweise geliefert, mich betreffend, die Unterkunft betreffend und was das Verhalten der Hunde angeht.

Nach so einer langen Tour muss ich mich ausgiebig dehnen, das ist ganz wichtig, damit mein Bewegungsapparat wieder in Schwung kommt. Mit Alina ist fernab der Heimat, sofern der Trip mehrere Tage dauert, nichts anzufangen. Entweder lag es daran, dass Dörti nicht mit dabei war, oder sie nicht genug ausruhen konnte oder an der fremden Umgebung oder an einer Mischung aus allem.

Aber auch das sind Erkenntnisse, die wertvoll sind. Das nächste mal werde ich hier ums Eck fahren und versuchen, mich im Gebiet der Mecklenburger Seenplatte einzuquartieren, ggf. mit Dörti; wenn es nicht passt, dann auch ohne sie. 

Und es ist auch vollkommen in Ordnung, dass ich die Tour abbrach. Nicht nur, dass Alina viereinhalb Tage nur mit Widerwillen zum Wandern zu bewegen gewesen ist, am Sonntag zog in die Wohnung neben meiner ein Ehepaar mit Hund ein. Ich hatte keine Lust deren Geräusch aufzunehmen und auf Gebelle meiner Hunde hatte ich auch keinen Bock. 

Also entschloss ich mich um 19 Uhr am Sonntag, obwohl ich erst am Mittwochmorgen abreisen wollte, zum Aufbruch. Innerhalb einer halben Stunde waren wir startklar und auf der Piste. Vorher noch schnell die Endreinigung bezahlt und gut.

Leider hatte ich nicht auf dem Zettel, dass in Baden-Würtenberg Ferienende war, sodass wir bis Stuttgart eine volle Autobahn hatten und um Stuttgart dann auch in stockenden Verkehr gerieten, was sich allerdings alles aushalten ließ.

Ab Stuttgart ging es dann zügig und auf guten Autobahnen. Der Routenplaner hatte sich für die Ostroute über Nürnberg, Halle, Leipzig entschieden und das war genau richtig. Die Mittelroute über Stuttgart, Würzburg, Frankfurt am Main war von den Fahrbahnen und Baustellen her gefühlt bedeutend schlechter.

Das Gute am Alleinreisen ist, dass ich spontan sein kann. Wenn ich meine, die Zeit der Abreise ist gekommen, brauche ich nur noch kurz in mich hineinzuschmecken und kann einfach losballern.

Alina hat sich in der Fremde einfach nicht wohl gefühlt, warum auch immer. Zuhause angekommen bewegte und verhielt sie sich wie immer, wollte auch bei der zweiten Runde sogleich die fünfeinhalb Kilometer um den Flughafen laufen, was wir dann auch gestern und vorgestern in aller Ausgiebigkeit machten. Sie verhielt sich völlig uneingeschränkt, schnüffelte, ging von selbst weiter wie immer, budelte ausdauernd nach Mäusen, machte die üblichen Pausen, also alles in Ordnung.

Schlussstrich: Am Ball bleiben.

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