Man muss mal raus

Man muss mal raus, man muss mal raus – mein altes Mantra… Und, bin ich irgendwie mal rausgekommen? Im Grunde nicht. In meiner alten Heimatsadt Wolfsburg war ich ein paar Mal, ein paar Mal am Nord-Ostsee-Kanal, einmal in Tellmer (wo ich mit meinem Auto gegen eine Birke fuhr – 1500 Euro Schaden), ein paar Mal an der Elbe, wo mich ein bekloppter Fährmann nervte und das Deichvorland. Insgesamt alles sehr mau, lasch.

Wolfsburg ist für mich abgelutscht, dort kenne ich jeden Stein, jeden Grashalm, alle Türen und Fenster. Kiel ist auch dröge, naja – insgesamt also ein ziemlich dürftiges Resultat, wenn nicht gar ein niederschmetterndes. Niederschmetternd trifft es besser.

Also auf ein Neues!

Mir hängt meine Umgegend vollständig zum Hals raus. Einzig Stangenwald, Wiese (geht noch), Äcker (zum Kotzen) und fertig. Mehr ist hier nicht. Das ist zwar immer noch besser als Stadt, aber das ist hier überall so, von Flensburg bis nach Mitteldeutschland (dort sind‘s dann Fichtenplantagen) und noch weiter runter.

Ich plane, in den Schwarzwald zu fahren. Das ist immerhin eine dicht bewaldete Gegend und dort, wo ich hin will, in den ‚Zentralschwarzwald‘, nach Wolfach, gibt es viele Wanderwege und ist im September nicht viel los. Sind halt keine Schulferien.

Ob ich fahre hängt natürlich in erster Linie von meinem Geld ab. Wenn es gut läuft, werde ich es mir so mit Ach und Krach leisten können, wenn es besser läuft, dann ich die Yacht laufen lassen 🙂

Letzteres wäre mir natürlich lieber. Ich muss jedoch bedenken, dass ich sobald keinen Urlaub mehr haben werde und wer weiß, was passiert. Also werde ich wohl ziemlich sicher im September mein Ziel ansteuern, vorausgesetzt, ich bekomme auf dem Hof noch eine Bleibe mit meinen beiden Hunden. Falls nicht, können mich die Wirtsleute vielleicht weitervermitteln.

Der Ort, der Hof, den ich ansteuern will, ist der Hof, auf dem ich mal vor ungefähr 50 Jahren zwei Sommerurlauben mit meinen Eltern und meiner Schwester verbrachte. Die Urlaube dort waren jetzt nicht besonders toll oder schlecht, aber die Gegend erscheint vielversprechend und die Unterkunft relativ einfach. Also sauber, solide und einfach. Selbstversorgung scheint angesagt zu sein, aber da kann ich vielleicht, falls es besser läuft, sicher irgendwie ein Arrangement treffen 🙂

Ich muss einfach mal raus. Und nicht zur Ostsee und auch nicht in den Harz oder einer nichtssagenden Stangenwaldlandschaft in meiner Umgebung. 1000 Kilometer sollten es schon sein. Bis nach Wolfach sind es von mir auch jedoch nur ca. 850 Kilometer, aber mit irgendwas muss ich ja anfangen.

Und das soll nicht mein letzter Trip gewesen sein. Um mein Geld sinnvoll auszugeben, sehe ich das Reisen mit dem Auto und meinen Hunden als das beste Investment. Ich habe schon in viele Dinge investiert, Sport, Erlangung geistiger Inhalte, Fahrzeuge, Hunde und anderes.

Aktuell halte ich das Investieren in Reisen mit dem PKW für die sinnvollste Ausgabe. Dinge habe ich alle, einige mehrfach, also was tun? Diesel kaufen, Unterkunft mieten und los. Hund einpacken, Zeug zusammensammeln und los. That‘s the best way!

Und natürlich weiter weg fahren. Ich fange am besten erstmal mit dem Schwarzwald an. Das ist echt eine andere Ecke Deutschlands als die, in der ich zurzeit wese. Das ist eine ordentliche Fahrstrecke und die Zeit, geplant habe ich erstmal sieben Tage, besser als nix. Ich werde dort in der Gegend herumwandern und viel abgammeln. Das wird meinen Hunden sicher auch gefallen.

Wenn es besser läuft, dann bleibe ich vielleicht auch zehn Tage, wenn es da vor Ort auch passt. Weil ich einfach raus muss. Mein eigenes Gelaber bezüglich der Feststellung, dass ich raus muss (ohne raus zu kommen), kann ich schon nicht mehr hören. Ich würde auch nach Frankreich, Spanien oder Schweden gefahren sein, aber das ist mir mit den Corona-Infektions-Bestimmungen extrem zu blöde. Das ist das, was ich gerade nicht brauche. Formular- und Behördenkrempel.

Ich will mit meinen beiden Schnaufis in Ruhe ein paar Waldwege ablaufen, Wasser dabei, etwas zum Essen dabei, vielleicht Stift und Kladde, das Telefon zum Fotografieren und gut ist. Und alles in Ruhe. Da stehen meine Hunde drauf und ich schätze dies auch.

Also, drücken Sie mir die Daumen.

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