Es gibt auch brauchbare Menschen

Brauchbare Menschen sind in der Regel auf jeden Fall die Menschen, welche gut zu meinen Hunden sind. Menschen, die mit meinen Hunden nicht umgehen können, die generell nicht mit Hunden umgehen können, die sind für mich von wenig Nutzen. Diese Menschen können zwar nett (die kleine Schwester von Scheiße) und freundlich sein, aber das war es dann auch.

Gut ist, dass ich zwei Hunde habe.

Alina hat ihre speziellen Qualitäten,

sie ist schlau, sie erkennt schnell, wer wie ist, sie kann sich vortrefflich anbiedern aber auch klar auf Abstand bleiben. Sie weiß was sie will, sie weiß was nicht will und sie weiß was zu tun ist. Sie ist die besten Pausenplatz und Pausenzeitfinderin die ich kenne. Selbst mich, dem ungekrönten König des Abschlaffens ist sie in der Lage bezüglich der Pausen zu übertreffen. Dafür liebe ich sie. Alina kann auch sehr zärtlich sein, also derart vorsichtig in der Annäherung, dass ich mir davon gut eine Scheibe abschneiden kann. Summa summarum ist sie sehr selbstbewusst und lenkt nebenbei noch die kleine Lea, meinen zweiten Lieblingshund.

Lea hat viele Monate in einem Käfig zugebracht und war von der Außenwelt eher abgeschnitten. Desahalb ist sie ein wenig umweltunsicher und es ist gut, dass sie mit mir und Alina unterwegs ist. Alina und ich geben ihr das Gefühl der Sicherheit und der Orientierung, sodass sie nach und nach ihre Erfahrungen mit der Welt außerhalb eines Käfigs machen kann. Mittlerweile ist sie schon bedeutend cooler geworden.

Insgesamt ist Lea aufgeregter als Alina, also weniger gelassen. Während der Pausen kommt wie zwar ein wenig zur Ruhe, ist aber überwiegend damit beschäftigt, aufmerksam die Umgebung zu prüfen. Sie legt sich, im Gegensatz zu Alina, eher selten hin und wenn sie liegt, dann nicht lange. Außerdem hält sie sich während der Pausen meistens dicht an mich, während Alina lässig irgendwo rumliegt und während der Pause ihren Liegeplatz tendenziell zu mir vergrößert.

Lea ist, was Menschen angeht, allerdings der bessere Prüfstein. Sie ist bedeutend, wirklich bedeutend misstrauischer Menschen gegenüber als Alina. Während Alina schon längst am Betteln ist, steht Lea noch entfernt, mit aufgestelltem Fell und kläfft vor sich hin. Ich gehe dann zu ihr, beruhige sie, aber wenn der Besucher, also der Mensch, der nicht ich ist, sich nicht hundeverstehend verhält, dann behält Lea ihr Misstrauen, bis dieser Mensch wieder gegangen ist.

Wer mich besucht, bzw. zu wem Lea ruhigen und schmusigen Kontakt aufnehmen kann, der ist meist in Ordnung. Idioten gegenüber sind sich die beiden Hunde meistens einig. Wenn so ein richtiger Depp daherkommt, dann stehen beide in einer Linie und teilen dem Fremden verbal mit, dass es besser ist, Abstand zu halten. Da sind sie dann auch nicht bestechlich. Wenn sich beide einig sind, dann kann der andere nur schwer, bis garnicht das Stimmungsruder herumreißen, ich auch nicht. Wenn ich was zu ihnen sage, dann halten sie nantürlich die Fresse, aber ihre anhaltende Spannung ist spürbar.

Und wenn es hart auf hart kommt, dann läuft das vermutlich so ab, dass Lea den Fremden ankläfft, ohne anzugreifen. Wenn der Fremde rumzuckt, dann wird Lea zurückweichen und weiterkläffen. Wenn der Fremde dann weiter rumzuckt, dann wird Alina irgendwann angreifen. Und wenn Alina angreift, dann wird Lea mit dabeisein, egal wie umweltunsicher sie ist.

Der gefährlichere Hund ist nämlich Alina. Alina ist von beiden die distanziertere. An Fremde schmeißt sie sich zwar häufig charmant heran, mir gegenüber ist sie jedoch, im Vergleich zu Lea, distanzierter, viel distanzierter. Und Lea, die Fremden oder Idioten gegenüber misstrauisch bis zuletzt bleibt, die kann an mir hängen wie eine Klette (eine angenehme).

Der offensichtlich schmusigere Hund ist in Wahrheit der distanziertere und der offensichtlich distanziertere Hund ist der schmusigere. Der gerfährlichere Hund von beiden ist aber auf jeden Fall Alina. Sie ist die, die den Angriff initialisiert. Wenn sie initialisiert hat, dann ist Lea mit dabei – und ich auch.

Wir sind in jedem Fall zu dritt. Und wir halten zusammen. Einer für alle und alle für einen 🙂

Die guten Menschen kommen damit klar, die schlechten bevorzugen den Abstand. Die Hunde sind wie Seismografen für Arschgesichter. Wenn so‘n richtig zwielichtiges Arschgesicht vorbeikommt, auf der Gassimeile, dann stehen sie unter Strom, bis das Arschgesicht außer reichweite ist. Sie kläffen und zerren zwar nicht, aber ihre Spannung liegt förmlich in der Luft.

Also, fuck off the Arschgesicher!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.