Schlechte Laune, Sinn des StGB

Schlechte Laune bekomme ich, wenn ich Hunger habe und wenn ich auf Dummköpfe treffe, deren Existenz in gewisser Weise mit meinem Sein verknüpft ist.

Gegen den Hunger kann ich glücklicherweise etwas tun, nämlich essen. Ich wohne im Zentrum des Käseleibes, auch Welt genannt, da ist Nahrung kein Problem. Mit Letzterem ist es schwieriger. Normalerweise gehe ich Dummköpfen einfach aus dem Weg oder distanziere mich so schnell wie möglich. Das ist jedoch nicht unter allen Bedingungen möglich, mir zumindest nicht. Also stehe ich dann da, konfrontiert mit der Blödheit meiner Mitmenschen, diesen „ich bin dabei aber es interessiert mich einen Scheiß“-Typen, die nichts im Kopf haben außer Dinge; die dauernd irgendwas tun müssen, und sei es mit den Fingern auf dem Tisch zu klopfen, um nicht völlig in ihrem Stumpfsinn zu versinken. Wenn ich also länger als unbedingt nötig, sozusagen gezwungener Maßen mit Dummköpfen zusammensein muss, bzw. das Elend ihrer Existenz ausbaden muss, dann bekomme ich schlechte Laune und zwar richtig schlechte.

Deshalb ist es auch besser, dass ich keine Waffe besitze und auch nicht anstrebe eine zu besitzen. Meine Laune wird in der Gegenwart von Dummköpfen mitunter derart rasant mies, dass ich mich kaum noch bremsen kann. Einzig die Strafprozessordnung hält mich dann zurück, Dummheiten zu begehen.

Also kann ich froh sein, dass es StGB gibt und auch, dass ich nichts zu sagen habe, also keine Verfügungsgewalt über Menschen. Über meine Hunde habe Verfügungsgewalt, aber die sind auch keine Dummköpfe.

Vielleicht ist es das, was mich unter anderem so gerne in der Gesellschaft meiner Hunde sein lässt. Sie geben mir äußerst selten Anlass zur schlechten Laune. Und selbst wenn ich in ihrer Gegenwart mal deutlich werden muss, dann ist die Sache nach 5 Sekunden vorbei und alles ist beim Alten. Menschen sind da nachtragend und sabbeln dann auch noch endlos inkompetent rum und sind in Fällen des Disputes und danach im Grund völlig unterträglich. Zumindest für mich. Die meisten Menschen sind im Normalzustand, wenn es um nichts geht, nichts gesagt wird, schon unterträglich. Wie übel zugerichtete Schaufensterfiguren stehen sie dann da und aus jeder Pore atmen sie ihren Unverstand, affektierte Blödheit oder einfach garnichts.

Meine Hunde sind, zumindest in meiner Gegenwart, nahezu ausschließlich gut gelaunt oder gelassen, manchmal richtig aufgedreht und vermitteln mir dies auch ziemlich deutlich. Sie springen nicht blöde an mir hoch (außer die Not der Umgebung und knurren mich nicht an. Sie sind nicht nachtragend und ich bin es auch nicht. Von meiner Seite würde das auch überhaupt nichts bringen, da Hunde sehr stark im Moment leben und meine schlechte Laune bezüglich Vergangenem nicht in Verbindung können.

Nicht so Menschen – die sind so beschissen, dass sie sogar vorab ankündigen, dass sie bezüglich eines Umstandes der Gegenwart in den nächsten Tagen schlechte Laune haben werden und alles tun werden, dass es einem übel geht – mit solchen Affen habe ich zu tun.

So, und das alles muss oder soll man dann noch mit Humor nehmen, humorvoll hinnehmen – was ja im Grunde ganz nützlich wäre, denn mich darüber aufzuregen bringt nichts außer die Gefahr von Bluthochdruck :):)

Zum Glück gibt es Freizeit – in dieser gelingt der Umgang mit den Affen recht gut, nämlich in der Form, dass ich sie meide wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn ich dennoch mal mit einem Honk sprechen muss, dann schaffe ich selbst das, ohne aus der Haut zu fahren. Der ein oder andere Honk ist auch garnicht so übel. Zwar reicht es meist nicht zu einem längeren Ballwechsel, aber immerhin.

Nervig sind auch schlaue Affen – also Affen, die meinen, dass sie kluge Affen sind.  Die reden dann nicht mit einem, sondern stellen irgendwelche Fragen, deren Antworten im Grunde niemanden interessieren. Da geht‘s gleich akademisch zu, ohne die Geschmeidigkeit der leichten Konversation zum Einstieg – Halleluja.

Da kann ich auch schlechte Laune bekommen. Also ich bekomme nicht nur in der Gegenwart von Volldeppen schlechte Laune, Deppen genügen.

Ich lobe mir die Gesellschaft meiner Hunde. Sie können Dummheit förmlich riechen. Sie riechen dumme Hundesitzer ebenso sicher, wie zwielichtige Gestalten, vor denen man sich besser in Acht nimmt. Sie lesen das Bewegungsprofil des Menschen/ Affen, riechen sich den Rest zusammen, hören vielleicht noch etwas und dann ist die Sache klar, entschieden, ihr Urteil steht und sie von etwas anderem zu überzeugen liegt dann vollständig beim betreffenden Affen/ Menschen. Und oft gelingt es diesen Trollos nicht und dann bleiben die Hunde misstrauisch, bis die Backpfeifen sich wieder verpisst hat.

Meine Hunde habe ein untrügliches Gefühl für Idioten und Menschen, die nur glauben, dass sie sicher sind. Opfer erkennen meine Schnuckelchen ebenfalls 10 Meilen gegen den Wind. Und da ein Hund auch eine kleine Stänkerliese ist, muss ich schon aufpassen, denn die Welt ist voller Idioten und Opfern.

Na denn, lassen Sie sich Ihre gute Laune nicht verderben. Wenn man das alles ernst nähme, müsste man sich erschießen. Aber soweit ist es noch nicht. Die nächste freie Zeit kommt bestimmt und dann kann ich auch wieder normal atmen.

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