Zum Positiven

Wenn ich meine Konzentration und Aufmerksamkeit ständig auf das Negative richte, dann übernimmt dies irgendwann mein Bewusstsein und aus mir tritt nur noch Müll heraus. Da habe ich keinen Bock drauf. Mein Müll reicht mir, mit mehr Müll, dem Müll außerhalb von mir, bin ich überfordert. Zumal ich daran eh nichts ändern kann. Ein Depp bleibt ein Depp, fertig.

Also zum Positiven. Nach ein paar Aufnahmen mit meiner Canon IXUS 175 kam mir der Gedanke, dass es besser sein, mit einer qualitativ hochwertigen Kamera zu fotografieren. Nach Tagen der Forschung im Internet und unzähligen Youtube-Videos, bin ich aktuell bei der Nikon Z6 gelandet. Eine, dem äußeren Anschein nach zu urteilen, solide Kamera.

Der Haken an diesem Gerät ist der Preis von zweitausend Euro. Von diesem Geld könnte ich soviel Diesel kaufen, um damit 40‘000 Kilometer zu fahren, also eine Strecke so lang wie der Erdumkreis. Natürlich könnte ich mir auch beides verschaffen, aber rechtfertigt der Preis der Nikon Z6 das, was sie leistet?

Ich muss mich fragen, wie bei allen Anschaffungen, was ich will. Beabsichtige ich, ein Auto zu kaufen, fragt sich, was ich will: Will ich schnell fahren, will ich ins Gelände, will ich mit vielen Personen fahren, will ich sparsam fahren, will ich große Dinge transportieren, will ich auffallen und was sonst noch. Ebenso verhält es sich mit einer Kamera. Was will ich damit? Die Qualität der Bilder, die meine Canon IXUS 175 liefert, reicht für diesen blog völlig aus. Die Leser haben genug Gehirn, um sich unter den Bilder genau das vorzustellen, was ich damit zum Ausdruck bringen will; die nötige Brillanz können sie sich dazudenken.

Ein Gedanke zeichnet sich dadurch aus, dass er begrenzt ist. Der Gedanke an einen Gegenstand, an eine Stimmung, an eine Farbe. Der Gedanke an mein erstes Fahrrad beschränkt sich auf dessen Bauform, seine Fahreigenschaften und vielleicht Situationen, die ich mit diesem Rad erinnere. So ist es auch mit Bildern. Das Bild eine Nashorns ist wenig mit dem Gedanken an den Mond verknüpft usw.

Auch das hochauflösenste Bild mit den brillantesten Farben ist begrenzt. Wenn ich also einen Audi 100 C1 fotografiere, dann macht es für den Sinn des Bildes keinen Unterschied, ob das Bild mit einer Canon IXUS 175 aufgenommen wurde oder einer Nikon Z6. Wenn ich tolle Bilder sehen möchte, dann kaufe ich mir ein Bilderbuch.

Dieser blog hier ist aber kein Bilderbuch, sondern eine Art Entäußerung. Ich könnte den ganzen Krempel, den ich hier darstelle für mich behalten oder versuchen anderen Menschen zu erzählen, welche dies jedoch erfahrungsgemäß wenig bis nicht interessiert.

Die Anzahl der Aufrufe dieser Seite zeigt mir, dass es auf der Welt ein paar Leute gibt, die sich jedoch sehr wohl für das, was ich äußere, bzw. darstelle, interessieren, also ist hier dafür irgendwie der richtige Ort. Fröhliche Wahrnehmung.

Also, jetzt aber zum Positiven. Positiv ist, denke ich, das, was man will, solange es im Bereich des Möglichen liegt. Ich für mich habe herausgefunden, dass ich sehr gerne mit dem Auto durch die Gegend fahre, dabei Musik höre, ein Zigarettchen rauche und ggf. auch noch Kaffee trinke. Richtig gut ist das, wenn es draußen irgendwie ungemütlich ist. Dann kann ich die Heizung etwas aufdrehen und mich erfreuen, wie gemütlich ich es habe.

Zu solchen Ausfahrten kann ich auch meine Hunde mitnehmen, die es ebenfalls genießen, ab und zu mal was Neues oder Verändertes vor die Nase zu bekommen. Das ist, was ich will: in der Gegend herumfahren, weiter oder weniger weit und mit meinen Hunden die ein oder andere unbekannte Meile erkunden.

Mit dabei ein Campingklappstuhl, ein paar Decken, etwas zu essen, Wasser und Kaffee und Zigaretten und Zigarren. So lässt es sich aushalten, jedenfalls für mich. Andere zählen lieber Grashalme, was auch o. k. ist, aber halt nicht meins. Und das Zählen von Grashalmen ist alle Mal besser, als einfach nur so stumpfsinnig die Gegend zu bepupsen. Wieviele Menschen habe ich getroffen, die auf meine Frage, was sie mit Begeisterung und Leidenschaft tun, die Antwort offen lassen mussten – tausende!

Das Leben ist zu kurz und zu wertvoll, um sich mit Doofköppen und Doofköppigem zu beschäftigen, sofern es die eigene Doofköpigkeit und das eigene Doofköppige übersteigt. Das heißt nicht, dass die Welt da draußen für mich egal wäre, aber das meiste von dem ist nicht wichtig, um nicht zu sagen völlig unwichtig. Man nimmt es zur Kenntnis, verarbeitet es so schnell wie möglich und geht dann so schnell wie möglich zu dem über, was man tun will, von dem man sich verspricht, dass es die Laune im Positiven hält. Das ist der Ganze Dreh.

Ich habe eine gutes Auto für die Landstraße und für die Autobahn, in ihm kann ich meine Hunde gut und bequem transportieren und es ist noch ausreichend für das gesamte Equipment, das wir für mehrere Tage, ja Wochen benötigen.

Der Kauf irgendwelcher Sachen, außer vielleicht Zigarren, verbietet sich aktuell und zukünftig in diesem Zusammenhang. 10 Euro bedeuten 200 Kilometer Fahrt mit dem Auto (exklusive Abnutzung etc.). Und 200 Kilometer ist schon eine gute Strecke. Macht man aus dem 10er einen 100er, dann ist man schwubbs bei 2000 Kilomtern und das ist, denke ich, schon eine gewisse Ansage, denn das bedeutet, dass 200 Euro eine Fahrt in die Pyrenaen und zurück realisieren.

Aber bis es soweit ist, muss ich meine Hunde noch ein wenig auf Roadtrip konditionieren. Also rein ins Auto, eine gewisse Strecke gefahren, raus, rumlaufen, abhängen, zurückfahren. Gegebenenfalls auch mal zwischendurch anhalten, die Hunde schnüffeln lassen, ihnen immer mal wieder Leberwurst verabreichen, damit das alles für sie zu einem positiven Geschehen wird.

Ich denke, das wird für die nächsten Monate meine Hauptaufgabe sein. Dabei kann ich ausprobieren, was ich so mitnehmen muss und was nicht. Eine Bundeswehrisomatte ist glaube ich wichtig, denn ich muss mich auch bei feuchter Wetterlage mal in die Waagerechte begeben können. Den Gaskocher sollte ich dazu in jedem Fall bei Gelegenheit ausprobieren.

Ansonsten habe ich zwei Roadtriprucksäcke – einen für mich und einen für die Hunde. Decken habe ich genug an Bord. Zigarren und Zigaretten sind auch genug vorhanden. Also bedarf es nur noch einen Zieles, einer Mohrrübe, um mich nicht irgendwohin, also nirgendwohin zu verbringen.

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