Ich bin, was ich tat…

Einige fragen sich vielleicht, was ich so machte und mache, „aus welcher Ecke“ ich komme. Nun, ich bin männlich, über 50 Jahre alt, ich wurde in Norddeutschland geboren (in einer Autobauerstadt), ich habe eine Schwester und entstamme einem Milieu aus Handwerkern und Arbeitern.

Auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg entschloss ich mich für ein Studium der Philosophie. Im Anschluss analysierte ich Zugewanderte und arbeitslose Menschen bezüglich einer Bewertung zukünftiger Schritte, die sie unternehmen könnten, um am Arbeitsleben teilzuhaben. Dann schraubte ich eine Weile an alten Porsche-Fahrzeugen herum und bin jetzt Wachmann in einem Heim für Asylbewerber.

Eine vollständigere Liste meiner „Unternehmungen“ liefere ich an dieser Stelle deshalb, damit das alles nicht so eindimensional rüberkommt:

Die Branchen, in denen ich tätig war:

1. Die Fußballbranche, als Kind und mit Mitte zwanzig.

2. Die Schlittschuhfahrbranche – als Kind und Jugendlicher.

3. Die Kindergartenbranche.

4. Die Schülerbranche, 14 Jahre.

5. Die Kifferbranche.

6. Die Alkoholtrinkerbranche.

7. Die Musikerbranche, als Blockflötenspieler, Saxophonspieler in einer Punk-Rockband, Blockflötenspieler und Oboenspieler.

8. Die Schachspielerbranche.

9. Die Tischtennisspielerbranche.

10. Die Leichtathletenbranche.

11. Die Rennradfahrerbranche, als Jugendlicher und Erwachsener.

12. Die Warenauslieferbranche, 7 Jahre in Hamburg.

13. Die Studentenbranche, 10 Jahre in Hamburg.

14. Die Porschmotorenschrauberbranche.

15. Die Lesebranche.

16. Die Internet-Blog-Schreiberbranche.

17. Die Kurgeschichtenschreiberbranche.

18. Die Wachmannbranche.

19. Die Umzugshelferbranche.

20. Die Jugendbetreuerbranche.

21. Die Jobfinder-Unterstützungsbranche.

22. Die Pfandflaschenbranche.

23. Die Krocketbranche.

24. Die Übersetzungsbranche.

25. Die Sprachenlernbranche.

26. Die Sexbranche.

27. Die Hundeführerbranche.

28. Die Kettensägenbranche.

29. Die Campingbranche.

30. Die Travellerbranche.

31. Die Autofahrbranche.

32. Die Tischfußballspielbranche.

33. Die Tennisspielbranche.

34. Die Super 8 Filmbranche.

35. Die Fotographierbranche.

36. Die Handwerkerbranche.

37. Die Rettungssschwimmerbranche.

38. Die Zigarrenbranche.

39. Die Volleyballspielerbranche.

40. Die Sandkastenspielbranche.

41. Die Renovierungsbranche.

42. Die Zeitungsbranche.

43. Die Tanzbranche (Volkstänze und Standard/ Latein).

44. Die Fischertechnikbranche.

45. Die Lesebranche.

46. Die Schreibmaschinenbranche.

47. Die Handpuppenbranche.

48. Die Pfeil- und Bogenbranche.

49. Die Schießbranche, Luftgewehr.

50. Totengräbergehilfenbranche.

51. Die Tai-Chi-Branche

52. Bandarbeiterbranche.

53. Tagelöhnerbranche.

Ich denke, diese unchronologische Zusammenstellung gibt einen gewissen Einblick dahingehend, mit wem Sie es hier zu tun haben. Im März 2017 kaufte ich einen „gebrauchten“ Hund aus dem Tierheim. Dieser stammt aus Rumänien, wo er zuletzt in einer Tötungsstation sein Dasein fristete. Er ist mir vom ersten Moment sehr nahe gewesen und wir sind vom ersten Augenblick an ein ziemlich gutes Team gewesen. Im März 2018 folgte der zweite Hund aus Rumänien, der sein Dasein bis eineinhalb Jahre in Käfighaltung verbracht hat. Der erste Hund kam zu mir, da war er zweieinhalb Jahre, der zweite kam mit eineinhalb Jahren zu mir. Beide Hunde stehen mir sehr nahe und ich möchte sie nicht mehr missen.

Seit ich die Hunde habe verläuft mein Leben relativ einförmig. Morgens nach der Nachtschicht eine kleine Runde, schlafen, mittags eine ausführliche Runde von ca. 2 Stunden, fernsehglotzen, schlafen. Und ich muss sagen, damit komme ich gut klar.

Zuweilen besuchte ich ein paar Leute, bei denen meine Hunde ebenfalls willkommen waren, aber im Grunde ist der Ablauf immer der gleiche. Und das tut mir gut. Ich habe verstanden, dass die ganzen Dinge, die man um sich versammelt und die man noch haben will, ziemlich überflüssig sind. Man braucht eine warem Hütte, einen vollen Kühlschrank und das war‘s. Alles Weitere ist tendenziell Nonsens.

Natürlich habe ich ein Auto und ca. 35 Meter Bücher, natürlich lese ich auch weiterhin und schaue gerne Filme (zuletzt die Staffel mit David Suchet als Hercules Poirot von Agatha Christie). Und natürlich habe ich ungefähr 6 extrem gute Schachspiele, 20 weitere, die weniger gut sind, drei Fahrräder und einen Haufen Krimskrams, der einfach nur da ist. Selbstverständlich sind meine Zimmer mit Grünpflanzen bestückt. Meine Mitbewohnerin ist eine gute Freundin, mit der ich prima durch Dick und Dünn gehen kann.

Meine Bleibe ist eine gemietete Doppelhaushälfte in einer Spießergegend. Aber die Bleibe ist billig und gut isoliert und, was das Wichtigste ist, es gibt in Fußweite sehr gute Wanderstrecken für mich und die Hunde – nicht ideal, aber nahe dran. Für die Hunde gibt es dort viel zu schnüffeln, weil dort viele andere Hunde unterwegs sind und Hunde sind ja bekanntlich „Nasentiere“.

Für mich ist die Umgegend nicht ganz so prickelnd, was sie allerdings erträglich macht, ist, dass dort nicht ganz so viele Menschen unterwegs sind und schon gar nicht zu Zeiten, an denen ich dort lang maschiere. Ab und an schmeiße ich die Hunde in den Kofferraum und mache mich auf, neue Wege zu inspizieren, womit ich in letzter Vergangenheit jedoch nicht so recht fündig geworden bin, was brauchbare Strecken betrifft.

So, nun haben wir Corona-Zeiten, das schränkt Besuche usw. etwas ein, aber ich habe natürlich einen Plan, wie es nach Impfung und dem Gröbsten weitergehen soll. Ich plane im Herbst Leute im Schwarzwald Deutschlands zu besuchen. Diese Leute sind klug, freundlich und haben eine große Affinität zu Hunden. Und wenn alles gut läuft, mache ich mich auch noch auf den Weg in Richtung Polarkreis, denn ich brauche einfach mal wieder großen Abstand zu Idioten und dem Idiotismus.

In diesem Sinne, viele Freude und nehmen Sie nicht alles so ernst, Ihr Jörg Baumann.

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