Plan für 2021

Ich wurde vor ein paar Wochen gefragt, ob ich mir für das Jahr 2021 etwas vorgenommen habe, ob ich einen sogenannten „Vorsatz“ für 2021 gefasst hätte. Darauf musste ich antworten, dass ich keinen Vorsatz für das kommende Jahr gefasst hätte, mit dem Gedanken, dass solche Vorsätze für mich reiner Blödsinn sind.

Etwas später musste ich zugeben, dass ich sehr wohl einen Vorsatz, einen Plan für das kommende Jahre gefasst habe: Mich nicht mehr derart von der Doofheit außerhalb meines Ichs affizieren zu lassen, wie bisher. Diesen Vorsatz von mir ist allerdings schon etwas älter und galt schon für das Jahr 2020, aber er war mir etwas aus dem Fokus geraten und mich 2021 erneut darauf zu konzentrieren, erschien und erscheint mir sinnvoll.

Sie kennen das. Kaum haben Sie Ihre Behausung verlassen, sehen Sie einen Deppen oder werden von diesem sogar angesprochen, auf mehr oder weniger blödsinnige Art und Weise und schon steigt die Mordlust in Ihnen auf. Oder Sie sehen etwas in Ihrer Umgebung, was auf die absolute Flachheit menschlichen Daseins schließen lässt und schon wieder ist sie da, die Mordlust.

Ich habe auf diesen Zustand schon lange keine Lust mehr. Am meisten geht mir auf den Sender, dass ich nicht in der Lage bin, den Müll da draußen und die Müllmenschen an mir vorbeiziehen zu lassen wie den Wind.

Heute, am 03.01. kam ich zur Arbeit und das Erste, was ich verspürte, war diese Mordlust, diese Lust, einem anderen Menschen derart auf die Fresse zu hauen, dass er 14 Tage im Krankenhaus verbringen muss.

Nun könnte ich mich darüber aufregen, dass ich schon zu Beginn des Jahres 2021 erleben musste, dass ich, bezüglich meines Vorhabens, noch einen weiten Weg vor mir habe. Und ich habe mich natürlich anschließend, nachdem der Menschkrüppel verschwunden war, auch über meinen inneren Zustand aufgeregt. Aber ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich dieses Ereignis zum Prüfstein für folgenden Situationen in diesem Jahr machen kann.

Am 03. des Januar musste ich mal wieder einem absoluten Volltrottel begegnen und durfte ihm nicht absolut und vollständig auf die Fresse hauen. Im Grunde war das genau die Situation, um die es geht. Ob ich während des Gassigehens Menschen treffe, die ihre Hunde mit dem Auto ausführen, d. h., sie hinter selbigem herlaufen lassen, ob das ein sich vordrängelnder Rentner mit Baseballkappe beim Einkaufen ist, ein Kamikazeautofahrer oder sonst irgendein Trottel; oder der Stangenwald-Forst, die stupiden Gärten, die meckernden Renter, die einzig irgendwelchen Schrotthaufen gleichen – immer gerate ich bei solchen Situationen in Aggressionslaune, die mir einfach auf den Sender geht.

Das Nervige ist, dass sich durch diese Aggressionslaune nichts ändert, außer dass ich aggressiv bin. Das nervt mich. Warum werde ich so aggressiv bei dem offenbar Unabwendbaren?

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