Entfremdung

Abmatten, abschlaffen, ausruhen, Abstand nehmen von allem und jedem – das ist für mich zurzeit das Höchste. Ab und an dosierte Begegnungen mit Menschen, die den Namen „Mensch“ verdienen, derart, dass sie ihr Gehirn benutzen und entwicklungsbereit, entwicklungsfähig und entwicklungsorientiert sind.

Wenn ich mit meinen Hunden Gassi gehe, welche im übrigen vieles so zu sehen scheinen, wie ich es sehe, finden wir Ruhe, Gelassenheit, ab und zu ein bisschen Spannung, vor allem wenn Mäuse als Beute in den Fokus geraten. Meistens sind wir zu dritt für uns und bewegen uns wie ein Organismus durch die Gegend. Aber selbst in dieser gesuchten Abgeschiedenheit bleiben wir nicht vor Menschen verschont, die den Abschaum der Gosse widerspiegeln.

Der Abschaum der Gosse hat viele Gesichter. Mir begegnet er regelmäßig in Form von alten Männern, rotgesichtig, Rentner, mit Baseballkappe, einem unförmigen Körper und undefinierbarer Kleidung. Sie bilden die Gruppe der Sinnlosen, die nur noch leben, um irgendwann zu sterben.

Ich habe in einem vorherigen Kapitel eines dieser Wesen kurz skizziert – ein Leben ohne Leben, vom Anfang bis zum Ende. Ihre einzige Bestimmung war und ist, andere Menschen mit Dreck zu bewerfen. In ihrem Leben hat es nie einen Moment der wirklichen Freude, der alkohollosen Ausgelassenheit gegeben, keine Liebe, keine positive Zuwendung.

Kein Wunder, dass diese Lebewesen im fortgeschrittenen Alter nur noch Kotze aussondern – aus ihrem Mund, aus allen ihren Löchern, aus jeder Pore.

Sie können sich das so vorstellen. Ich stehe am Morgen auf, so 7 Uhr am Morgen, es ist noch dunkel. Nach meinen Dehnübungen streichel ich meinen älteren Hund wach, mache mir einen Kaffee, rauche eine Zigarette, um anschließend meinen jüngeren Hund in den Tag zu streicheln. spätestens um 8 Uhr sind wir dann fertig, um unsere erste Runde des Tages zu drehen. Die Hunde sind in der Regel gut drauf, alles ist Routine.

Nicht immer ist klar, welchen Weg wir gehen werden, aber die ersten 500 Meter sind immer die gleichen. Ich gehe gerne etwas früher los, weil im Dunkeln meistens noch kein Mensch auf unserer Gassimeile unterwegs ist. Ist es hell geworden, dann schleichen die anderen Hundebesitzer ums Eck und die Mehrheit von denen ist für mich meidenswert.

So richtig in die Grütze fährt der Start dann, wenn einer dieser alten Fürze unterwegs ist und den Mund aufmacht. Egal was dann dort herausquillt, es ist von so deprimierendem Niveau, dass ich, gäbe es das Strafgesetzbuch nicht, einen sauberen Schluss zöge.

Die alten Fürze stehe gerne hinter dem Zaun zu ihrem Grundstück oder fahren mit dem Rad an mir vorbei und sondern den Quell ihrer Sinnlosigkeit ab. Eigentlich sind sie nur Geschwüre. Sie arbeiteten vielleicht in der Produktion einer Lederfabrik, als Melker in der Landwirtschaft, als Straßenbauknecht oder einfach als Dreckschaufler, auf jeden Fall in einer Tätigkeit, wofür man kein Gehirn braucht, bzw. die Denkfähigkeit einer Amöbe ausreicht.

Und diese Dreckschleudern sind in meiner Gegend einfach massenhaft vorhanden. Auf der Gassimeile (weniger), im Supermarkt (en gros), auf der Straße, es ist kaum möglich, ihnen vollständig zu entkommen. Dann haben diese Kretins in der Regel ein paar Kinder produziert, die dann ihrerseits das Erbe ihrer Väter fortführen – zum Kotzen.

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