Entfernung

Die meisten Menschen sind weiter von mir entfernt, als der Mond von der Sonne. Sicher haben einige Menschen mehr erlebt als ich, einige sicher sogar viel mehr. Kein Problem.

Hier ein kurzer Auszug dessen, was mir auf meine Weg begegnete:

1. Die Fußballbranche, als Kind und mit Mitte zwanzig.

2. Die Schlittschuhfahrbranche – als Kind und Jugendlicher.

3. Die Kindergartenbranche.

4. Die Schülerbranche, 14 Jahre.

5. Die Kifferbranche.

6. Die Alkoholtrinkerbranche.

7. Die Musikerbranche, als Blockflötenspieler, Saxophonspieler in einer Punk-Rockband, Blockflötenspieler und Oboenspieler.

8. Die Schachspielerbranche.

9. Die Tischtennisspielerbranche.

10. Die Leichtathletenbranche.

11. Die Rennradfahrerbranche, als Jugendlicher und Erwachsener.

12. Die Warenauslieferbranche, 7 Jahre in Hamburg.

13. Die Studentenbranche, 10 Jahre in Hamburg.

14. Die Porschmotorenschrauberbranche.

15. Die Lesebranche.

16. Die Internet-Blog-Schreiberbranche.

17. Die Kurgeschichtenschreiberbranche.

18. Die Wachmannbranche.

19. Die Umzugshelferbranche.

20. Die Jugendbetreuerbranche.

21. Die Jobfinder-Unterstützungsbranche.

22. Die Pfandflaschenbranche.

23. Die Krocketbranche.

24. Die Übersetzungsbranche.

25. Die Sprachenlernbranche.

26. Die Sexbranche.

27. Die Hundeführerbranche.

28. Die Kettensägenbranche.

29. Die Campingbranche.

30. Die Travellerbranche.

31. Die Autofahrbranche.

32. Die Tischfußballspielbranche.

33. Die Tennisspielbranche.

34. Die Super 8 Filmbranche.

35. Die Fotographierbranche.

36. Die Handwerkerbranche.

37. Die Rettungssschwimmerbranche.

38. Die Zigarrenbranche.

39. Die Volleyballspielerbranche.

40. Die Sandkastenspielbranche.

41. Die Renovierungsbranche.

42. Die Zeitungsbranche.

43. Die Tanzbranche (Volkstänze und Standard/ Latein).

44. Die Fischertechnikbranche.

45. Die Lesebranche.

46. Die Schreibmaschinenbranche.

47. Die Handpuppenbranche.

48. Die Pfeil- und Bogenbranche.

49. Die Schießbranche, Luftgewehr.

50. Totengräbergehilfenbranche.

51. Die Tai-Chiebranche

52. Bandarbeiterbranche.

53. Tagelöhnerbranche.

 

Aktuell beschäftige ich mich mit der altgriechischen Sprache. Hierfür beschaffte ich mir eine Reihen Grammatiken, die mehr oder weniger umfangreich die Regeln der altgriechischen Sprache darstellen. Das beste Lehrbuch hat den Titel „Athenaze“ und ist in englischer Sprache verfasst.

Zur Ergänzung kaufte ich noch ein paar Grammatiken für die deutsche Sprache. Hier konzentrierte ich mich auf Schulgrammatiken für die Schuljahre 5 und 6 mit erweitertem Anspruch. Natürlich dürfen auch Wörterbücher nicht fehlen. Für den Transport empfiehlt sich das Wörterbuch „Gemoll“ von W. Gemoll und K. Vretska. Es umfasst knapp 900 Seiten und ist einseitig altgriechisch-deutsch. Von gleicher Machart ist das Wörterbuch von Liddell und Scott aus dem Jahre 1943. Hier empfiehlt sich die 9. Ausgabe aus dem Jahr 1966, mit 2111 Seiten und üppigem Din A4 Format. Beide Wörterbücher kann man gebraucht für wenig Geld, also für 15 bzw. 40 Euro kaufen.

Dass gerade das Letztgenannte so günstig zu haben ist, zeigt, wie wenig die altgriechische Sprache aktuell nachgefragt ist. Man kann sich also gut vorstellen, wie wenig Resonanz mein Tun in meiner Umwelt findet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Schachspielen, wenn auch nicht ganz so krass. Krass wird es dann wieder mit dem Spiel auf der Oboe. Und Hunde besitzen zwar einige, aber Ahnung vom Umgang mit ihnen haben wieder nur die allerwenigsten. Die meisten Menschen haben ja noch nicht mal eine Ahnung vom Umgang mit sich, geschweige denn mit anderen Menschen – wie soll da der Umgang mit Hunden zufrieedenstellend sein?

Insgesamt lebe ich, wie Sie leicht nachvollziehen können, in einer recht armseligen Welt. Die meisten meiner Mitmenschen machen auf mich den Eindruck, als stammten sie aus dem Jahr 6500 vor unserer Zeitrechnung, 6500 Jahr B.C. …

Was mich trotz meines relativen Einsamkeitsgefühls erstaunt, das ist meine Wahrnehmung, der fröhlichste Mensch zu sein, den ich kenne.

Nun denn – die Sprache der alten Griechen, eine tote Sprache. Natürlich, wenn eine Sprache nicht gesprochen wird, dann ist sie tot. Ich bin jedoch dabei, sie wiederzubeleben, bzw. im Rahmen meiner Möglichkeiten am Leben zu erhalten.

Dazu muss ich sagen, dass ich nicht zu denen gehöre, die sich in langen Gewändern mit anderen in irgendeinem düsteren Wald, bei irgendeinem verfallenen Gemäuer zusammentun, um altgriechisch zu faseln. Und ich gehöre auch nicht zu denen, die mit mathematischer Genauigkeit jeden Akzent zählen und die gesamte Lautlehre des Altgriechischen auswendig vortragen können.

Wie dem auch sei – um mich unter den vielen Irren, die die Welt bevölkern, nicht zu verirren, habe ich meine beiden Hunde. Lea und Alina sind meine feinsinnigen und feinfühligen Indikatoren für ungesunde Umgebungen und Geisteskranke. Wer mit meinem holländischen Schäferund keine vertrauensvolle Grundlage schaffen kann, dessen Gegenwart sollte ich meiden.

Der schwarze Hunde mit dem lila Geschirr, das ist Lea. Sie ist eine Hündin, ca. drei Jahre alt und sehr anschmiegsam. Sie nimmt sehr genau wahr, was ich von ihr will und ist im Grunde ein fröhlicher und treuer Hund. Fremden Menschen gegenüber ist sie misstrauisch. Es gibt ungefähr sechs Menschen, neben mir, welche mit ihr klarkommen; vielleicht sind es auch sieben. Wer nicht mit ihr klarkommt, der kann meinem Leben gerne fernbleiben.

Und wo ich meine Hunde nicht mit hinnehmen kann, dort ist auch für mich kein Platz.

So einfach und so gut, lernen Sie Altgriechisch und Sie werden viele angenehme Erfahrungen machen (wenn Sie Glück haben).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.