Herausforderung

Für den einen ist die Besteigung eines achttausend Meter hohen Berges eine Herausforderung, für den anderen das Scheffeln von möglichst viel Geld, für einen dritten das nackte Überleben.

Es gibt unzählige Herausforderungen, bzw. das, was dafür gehalten wird. Eine meine Herausforderungen ist es, mit den Hunden durch die Gegend zu ziehen, lediglich mit Zigarillos ausgerüstet, und dabei in guter Laune zu sein.

Zweieinhalb Stunden durch die Gegend zu trotten, alle fünf Meter anzuhalten, die Hunde schnuppern lassen, das ist schon eine Herausforderung, wenn man dabei duldsam bleibt und die Gedanken auf der hellen Seite lassen kann.

Auf der Bassblockflöte zu spielen, ohne an meinen eingeschränkten Möglichkeiten zu verzweifeln und auch nicht an für mich schwierigen Stellen eines einzuübenden Musikstücks, das erinnert mich auch beinahe an eine Heldentat. Dazu gehört auch das Aushalten der Mängelwesen um mich herum, von denen mich aber glücklicherweise ein großer innerer Abstand trennt.

Gut ist, dass ich meine Mitmenschen mittlerweile so lassen kann, wie sie sind, selbst wenn es sich um die größten Idioten handelt. Je größer ihr Idiotismus, desto größer ist mein innerer Abstand zu ihnen. Und ich pflege zu vielen Menschen in meiner Umgebung einen riesigen Abstand.

Abstand zu den anderen Menschen ist wichtig, um zu sich selbst kommen zu können, dort ist man richtig, dort bin ich richtig, bei mir, mit mir. Wenn ich dann noch Zeit und Lust und Kraft habe, dann kann ich mich anderen zuwenden, ansonsten – lassen!

Meine Mitmenschen erinnern mich irgendwie an Höhlenmenschen, so wie sie waren, vor hunderttausend, zweihunderttausend Jahren, obwohl ich in Nordeuropa lebe, im Jahr 2020 seit unserer Zeitrechnung.

Alles ziemlich trübsinnig um mich herum. Ich bin nun mit Sicherheit keine Rheinische Frohnatur aus dem Kölner Karneval, muss mir aber eingestehen, dass ich der fröhlichste Mensch bin, den ich kenne.

Ich hoffe Sie haben sich Ihren Frohsinn ebenfalls erhalten, bis später, Ihr Jörg Baumann.

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