Glückstage

Es gibt so Tag, an denen bemerkt man mehr als deutlich, dass die Menschen kaum bis nicht in der Lage sind, auch nur halbwegs Zufriedenheit für sich herzustellen.

Das fängt mit der Kollegin an, die es am Morgen der Nachtschicht herrisch ablehnt, mit einem zu sprechen. Das geht weiter mit der Tankstellenschlampe, die es nicht erträgt, an einem Sonntag ihren Dienst im Benzin- und Brötchenverkauf zu absolvieren. Ein Smartphone mit leerem Akku tut sein übriges, wenn man es dann endlich geschafft hat, in der Natur den Affen zu entgehen und Bilder machen will. Ein zuhause liegengelassenes Ladekabel für die Powerbank fällt dann kaum noch ins Gewicht. Die Feststellung, dass die Klimaanlage im Auto mal wieder eine Wartung nötig hat, gibt dem Ganzen, bei 26 Grad Außentemperatur und Hunden im Auto, den vorletzten Schliff. Hat man dann noch die Gelegenheit, wenn man es endlich an die Elbe geschafft hat, vom Fährmann angeraunzt zu werden, weil man dort geparkt hat, wo Herr Affe meint, dass man nicht parken solle, dann ist der Tag rund. Eine dann wieder funktionierende Klimaanlage (man sollte sie anschalten!), kann da auch nicht mehr wirklich helfen.

Was schließe ich daraus? Am ersten Tag nach einer längeren Nachtschichtarie, auf den mehrere freie Tage folgen, am besten zuhause verbarrikadieren und Menschen maximal meiden.

Wie Sie schon wissen, habe ich es nicht so sehr mit Menschen. Nicht, weil sie generell zu dumm und ungebildet sind und ungefähr null Interesse in mir hervorzurufen in der Lage sind, nein, weil die meisten Menschen dieser Rahmung entsprechen und ich kaum bis nicht mehr zu hoffen wage, nochmal einen interessanten Menschen zu treffen.

Die Menschen, welche von anderen als toll und interessant charakterisiert werden, sind, bei genauerem Hinsehen, letztlich nur Psychos, worüber die Anhimmelnden vermutlich gerne hinwegsehen, weil sie selber welche sind.

Ein gelungener Tag ist ein Tag mit möglichst wenig Kontakt mit Menschen, wobei sich das Wenige auf ein paar Sätze Smalltalk reduziert. Schmerzfreiheit und eine Unternehmung fern der Affen, mit den Hunden, das geht, das nenne ich einen Glückstag.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viele Glückstage, gerne mehr als ich sie zu genießen das Glück haben werden, in diesem Sinne, Ihr Jörg Baumann.

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