Gute Gefühle

Mir geht es gut, wenn ich satt bin, wenn ich mir einer angenehmen Unterkunft sicher bin, wenn ich einen Fernseher habe und regelmäßig und ausgiebig mit meinen Hunden draußen in der „Natur“ rumlaufen kann. Das reicht mir. Ab und zu ein gutes Fachbuch, vielleicht ein kurzes Gespräch mit einem verständigen Menschen und fertig. Das reicht mir, mehr brauche ich nicht.

Andere Menschen brauchen vielleicht mehr, andere weniger, das Geschilderte ist mein Maß. Etwas Tabak ist noch ganz hilfreich für mein Wohlbefinden, aber das war‘s dann auch.

Ich besitze zwar viele Dinge, aber die stammen aus einer Zeit, als ich mir noch nicht so im Klaren über mich und das Leben gewesen bin.

Natürlich sind die meisten Menschen nützlich, denn ohne sie gäbe es keine Kraftwerke, keine aufbereitete Nahrung, keine Infrastruktur, keine Medizin usw., usw. Deshalb sollte man die Menschen auch nicht verteufeln. Ball flach halten!

Ich bin geradezu abhängig von anderen Menschen. Das zu vergessen wäre vollständig hirnrissig. Aber ich muss nicht mehr Umgang mit ihnen haben, als notwendig. Schon gar nicht in meiner Freizeit.

Wie gesagt: Ohne die anderen Menschen wäre ich sozusagen garnichts und schon längst tot. Menschen allerdings, die hoffnungslos verloren sind und aus dieser Verlorenheit nur Destruktion verbreiten, die brauche ich nicht. Kein konstruktiv handelnder Mensch braucht diese hoffnungslosen Elendsbilder, außer vielleicht andere hoffnungslose Elende.

Man muss sich klar machen: Aufgrund bildungsmäßiger, kultureller und soziogenetischer Realitäten sind viele Menschen keine Kandidaten für die Psychotherapie. Diese, erfolgreich durchlaufen, wäre aber Voraussetzung für Verhaltensänderungen ihrerseits.

Und diese Leute kann man anderen Menschen nicht zumuten. Was also tun? Ich bin dafür, sie an ihren Ursprungsort zu verbringen, zeitnah. Ich gehöre nicht zu denen, die der Meinung sind, auch den letzten menschlichen Abschaum ins Land zu lassen. Ich bin nämlich nicht bereit, diesen Abschaum auch nur eine Sekunde in meinem Heim zuzulassen – warum sollten diese Menschen dann anderen zugemutet werden?

Dieses inkonsequente Verhalten erzeugt doch nur das Gegenteil von guten Gefühlen. Ich lasse mir von meinen Hunde auch nicht auf der Nase herumtanzen, weil ich nicht fähig bin, mir auf der Nase herumtanzen zu lassen! Würde ich mir von meinen Hunden auf der Nase herumtanzen lassen, wäre das kein gute Zustand für die Hunde und kein guter für mich. Also warum?

Sie sehen – um gute Gefühle zu erzeugen, muss man zunächst Kontakt zu seinen Gefühlen haben, dazu eine Vorstellung davon, was einem gut tut und dann konsequent handeln, dann geht‘s. Und man muss Einsamkeit ertragen können, was zur Voraussetzung hat, dass man sich ertragen kann, dass man es gut mit sich aushält.

Viel Erfolg dabei, Ihr Jörg Baumann

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