Gefahr des Guten

Die Gefahr des erlebten Guten ist das stärkere Hervorstechen des Üblen. Soll man deshalb das Gute meiden? Nein, natürlich nicht. Man muss nur versuchen, sich dem Üblen noch geschickter zu entziehen. Ich mache das unter anderem durch eine gewisse Teilnahmslosigkeit. Wenn mal wieder jemand großen Blödsinn äußert, spende ich diesem kurz einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit, gerade soviel, dass mein Verhalten vom Blödmann als Aufmerksamkeit registriert wird.

Wurde registriert, wende ich mich wieder dem zu, was mich gerade beschäftigte. Bloß nicht länger als nötig bei dem Blödsinn Aufenthalt machen.

Heute war ich wieder an der Elde unterwegs. Außer dass ich ein paar Menschen für wenige Minuten von hinten sah, bin ich niemandem begegnet und das über zwei Stunden.

HIer geht es geordnet und wild zu – das gefällt mir. Diese Spaziergänge mit den Hunden sind das notwendige Pendant zu dem Blödsinn, welchem ich zum Beispiel bei der Arbeit ausgesetzt bin. Soviel Stuss, wie ihn meine Kollegen zuweilen absondern, ist anders einfach nicht bei zu kommen.

So eine mehrstündige Runde mit den Hunden ist wie eine Seelen- und Körperhygiene und in meinem Fall absolut notwendig. Wenn ich mit Hunden unterwegs bin, dann nicht nur, weil ich intelligente Gesellschaft zu schätzen weiß, sondern weil ich mit ihnen auch ein Alibi habe. Mit Hund muss man raus, das weiß auch der letzte Depp und so komme ich nicht in den Verdacht ein einzelgängerischer Sonderling zu sein. Einen Hundebesitzer weiß in der Regel jeder Volltrottel irgendwie einzuordnen. Die Trottel sollen mich ja nicht problematisieren, sondern in Ruhe lassen.

Und da hilft nur eines: üben!

Viel Spaß beim Training, wünscht Ihnen Ihr Jörg Baumann

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