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Die Intelligenztiefe von Menschen ist in der Regel sehr gering. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich meine eigene einzuschätzen in der Lage bin.

Es soll Hundetrainer und -kenner geben, die meinen, der Hund ist eine eigene Art und unter Hunden gibt es keine Rangordnung. Mein Hund Alina braucht meinen anderen Hund Lea nur aus den Augenwinkeln anschauen und Lea weiß sofort „was Phase“ ist. Alina ist ganz klar der Boss. Sie ist zwar kein „Kuschelboss“, aber nervt Lea auch nicht permanent, nach meinen Beobachtung, sondern eher garnicht. Sie hat stets ein Auge auf alles, so auch auf Lea, und kooperiert oft mit ihr. Alina teilt Lea zu Zeiten mit, was sie will und was sie von Lea unterlassen sehen möchte, was wirklich zu 99,9 % ganz geräuschlos vonstatten geht und ohne Geraufe. Also, da besteht selbst für mich als Laien erkennbar eine klare Rangordnung. Alina ist nicht nur stärker als Lea, sie ist vor allem erfahrener und cleverer.

Nicht zu sehen, dass die Intelligenztiefe des Menschen äußerst gering ist, ist ein vergleichbares Beispiel aus der Menschenzunft. Die Leute kommen einfach nicht auf die Idee, dass im Grunde alle negativen Äußerungen ihrerseits bezüglich anderer Menschen eine Offenbarung dessen sind, was sie unverarbeitet und ablehnend mit sich herumtragen. Und sie sind nicht in der Lage, sich mit dieser Sicht auf die Dinge zu beschäftigen, jedenfalls sie meisten.

Prüfen sie das mal nach, vor allem bei sich. Damit nicht genug, können diese Selbstverleugner natürlich auch nicht verstehen, dass jede negative Äußerung ihrerseits bezüglich andere Menschen, vor allem wenn sie mehrfach und tendenziell ostentativ daherkommt, eine leichtest zu erkennende Offenbarung ihres Selbst ist.

Ich war Hundehasser und Hasser von Hundehaltern. Offensichtlich hatte ich ein unverarbeitetes Problem mit Hunden und deren Besitzern – jetzt bin ich selbst Hundebesitzer. Aber fragen sie mich nicht, wie dieser Wechsel in meiner Einstellung zustande gekommen ist.

Der Umgang mit Hunden hat mich jedenfalls vollständig gelehrt, dass, will ich eine Änderung im Verhalten meiner Hunde herbeiführen, ich zunächst mein eigenes Verhalten überprüfen muss und nach Überprüfung in der Praxis, bei Erfolg, verändert beibehalten. Ob die Änderung gelungen ist, zeigt mir das Verhalten der Hunde.

So sieht‘s leider aus, meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich frage mich jedoch, ob die Menschen mir nur ihre schlechten Seiten zeigen. Gut, manchmal erkenne ich auch gutes Verhalten an Menschen, aber seltsamerweise überwiegen meine negativen Eindrücke. Vermutlich liegt das daran, dass die meisten Menschen halt nicht in der Lage sind, warum auch immer, sich vollständig zu sehen und nicht klar haben, dass sie da draußen nur das erkennen können, egal ob negativ oder positiv, groß oder klein oder sonstwie, was in ihnen ist.

Ein fröhliches Herz wünscht Ihnen Ihr Jörg Baumann

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