Hirntot ist kein Sympton für das Ableben…

Nur die Ruhe bewahren. Dies wird kein medizinischer Kommentar und auch keine Auslegung Heraklitscher Fragmente. Eben stellte ich einem anderen Menschen gegenüber fest, dass ich, hätte ich die Wahl, meine Hunde als Arbeitskollegen wählen würde. Warum? Warum ich das äußerte? Einmal, weil die Kollegen dauernd über die anderen Kollegen reden und das in nahezu allen Fällen und ich das nicht mag. Zum Zweiten könnte die Äußerung erreichen, dass in meiner Gegenwart das Thema Kollegen nicht mehr angesprochen wird.

Wie mir durch meine Mitmenschen jeden Tag haarklein und wieder und wieder bewiesen wird, ist der Hirntot kein hinreichender Zustand für das sogenannte Ableben. Um mich herum schwirren Hirntote herum wie die Fliegen, wirken also ziemlich lebendig.

Auch ich schwirre hier rum. Und dass die Anderen rumschwirren, das ist schon in Ordnung, denn wenn sie es nicht täten, würde ich mir hier im Winter vermutlich den Arsch abfrieren und verhungern. Ich will aber nicht erfrieren und auch nicht verhungern und verdursten. Aus einer etwas höheren Warte betrachtet, wäre es jedoch besser, wenn sie nicht schwirren würden. Aber auf dieser Warte bin ich nicht, nicht körperlich, eher nur geistig… Zu bemerken ist, dass es sicher noch höhere Standpunkte gibt. Und von denen aus betrachtet, sieht das alles nochmal ganz anders aus.

Also ich brauche in erster Linie einen gewissen Grad von Wärme und Nahrung. Das, was die anderen Pappnasen so haben wollen, was auch ich in Teilen haben will, das ist im Grunde völliger Bullshit. Ich glaube nicht, dass man einen Konzertflügel für eine viertel Million Dollar braucht, um Musik zu machen.

Was würde ich tun, wenn Wärme und Nahrung gesichert wären? Gut, Schutz vor Regen finde ich auch noch ganz sinnvoll, aber muss es ein Haus sein? Oder so ein Karton für hunderte? Also als erstes würde ich natürlich viel Zeit mit meinen Hunden verbringen. Die können so herrlich genüsslich ihr Leben ausleben. Das Abhängen mit ihnen lehrt mich viel Genussfähigkeit, Entspannung, Neugier. Dann kann ich mit ihnen auch bestens durch die Gegend streifen, irgendwo pausieren, rumtollen. Das ist schon mal eine ganze Menge.

Kommen Sie mir jetzt nicht mit ‚Selbstverwirklichung‘! Selbstverwirklichung, die erstmal unzählige Dinge benötigt. Zum Beispiel Ski, ein Gewehr, Loipen und Zielscheiben, oder hundert Tonnen Farbe, Leinwände und so’n Zeug, was auch immer. Ist doch alles irgendwie Firlefanz.

Ich glaube, weil die meisten Menschen Hirntot sind oder ganz nahe dran, brauchen sie den ganzen Kram um sich herum. Und je näher sie dem kompletten Hirntot sind, desto mehr Krempel brauchen sie, oder nicht?

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