Eine seltsame Geschichte – Erstes Kapitel

Ich war also wie jeden Tag mit meinen Hunden im Wald unterwegs. Ein leichter Nieselregen hatte uns schon angefangen durchzuweichen, die Sonne würde bald untergehen. Unter diesen Umständen begegne ich normalerweise niemandem, was ich sehr schätze. Menschen öden mich in den meisten Fällen vollständig an. Allein ihr Erscheinungsbild zeigt mir meisten genug, um ihre Gesellschaft zu meiden.

An diesem Abend waren wir schon auf dem Nachhauseweg, als ich an meinen Hunden die Signale wahrnahm, mit denen sie mir anzeigen, „Alter pass auf, dort ist was“. Und wie ich angestrengt in die Richtung sah, auf welche meine Hunde mich hinwiesen, konnte ich auch etwas erkennen. Nicht weit entfernt saß ein Mann auf einer Bank. Wenn sich jemand kurz vor Sonnenuntergang, im Wald, auf eine nasse Bank setzt, dann ist auf jeden Fall Vorsicht angeraten, dachte ich. Nachdem ich meinen Hunden mitgeteilt hatte, dass ich gesehen hätte, was sie mir gezeigt hatten, ging ich mit ihnen langsam weiter.

Der Mann zeigte keine Regung. Er schien mit der Bank und der Umgebung verwachsen zu sein. Wie ich auf wenige Schritte an ihn herangetreten war, sah er in meine Richtung. „Haben sie etwas zu rauchen?“ hörte ich ihn sagen und überlegte kurz, was er wohl meinen würde. „Meinen sie Tabak?“ erwiderte ich und achtete auf das Verhalten meiner Hunde. Ich wollte dass sie ruhig bleiben. Sie schienen jedoch von dem Mann nicht weiter beeindruckt zu sein. „Tabak ist in Ordnung“ sagte die Gestalt vor mir und ich reichte ihm meinen Tabaksbeutel.

Der Mann wirkte weder alt noch jung. Er trug einen abgenutzten, dunkelbraunen Anzug und ein dunkles Hemd. Eingehüllt war er in einen ebenso dunklen Mantel. Die Schuhe waren eine Art Wanderstiefel und stark abgenutzt. Mit ausdruckslosem Gesicht nahm er den Tabaksbeutel entgegen. Er machte einen ruhigen und besonnenen Eindruck. Die Haare waren kurz, klebten aber nun durchnässt an seinem Kopf. Insgesamt wirkte er solide abgewetzt.

Das Drehen der Zigarette übernahmen geschickte Finger. Als er fertig war, gab er mit den Beutel zurück und bat um Feuer. Während er die Zigarette anrauchte, sah er zu mir auf.

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