Alina, ich und Lea

Ich weiß nicht, ob ich „Alina und ich und Lea“ als Überschrift nehmen soll oder „Alina, ich und Lea“. „Alina, ich und Lea“ trifft es aber, denke ich, ziemlich gut. Denn während zwischen mir und Lea eine tiefe und innige Verbindung besteht, die sich auch im Körperlichen Ausdruck verschafft, ist Alina mehr für sich, etwas getrennter von mir, somit das Komma zwischen ihrem und meinem Namen gerechtfertigt.

Das Gute an den beiden Hunden Alina und Lea ist, dass es nie langweilig mit ihnen wird. Gut, manchmal wollen beide ihre Ruhe haben, die ich ihnen dann natürlich auch gewähre. Aber ansonsten kann ich mit beiden Hunden gut nach draußen gehen und zuhause Firlefanz machen oder eine Kuschelrunde schieben.

Dabei sind beide Hunde immer sehr freundlich zu mir, immer!, und meistens sehr zärtlich. Sie springen mich nicht an, sie bellen und knurren mich nicht an und wenn Alina nach mir schnappt, dann stets so, dass sie mir nicht weh tut.

Selbstverständlich gehe ich mit beiden Hunden respektvoll um. Da Alina aber, in Bezug auf die Außenwahrnehmung, hat sie schon einen etwas anderen Stellenwert für mich als Lea. Alina ist auch nicht so schreckhaft wie Lea. Das wird damit zusammenhängen, dass sie als Welpe mehreren Umweltreizen ausgesetzt war als Lea. Aber Lea, die ihr erstes Jahr im Käfig verbrachte, wird Schritt für Schritt selbstsicherer. Sie zieht nach 1 1/2 Jahren bedeutender weniger an der Leine und macht sich nicht mehr bei jedem „Miau“ ins Hemd.

Auf jeden Fall sind die beiden Hunde meine besten Kumpaninnen. Sie sind die Lebewesen, mit denen ich jeden Tag stundenlang durch die Gegend wandern kann und die mir dabei nicht auf den Sender gehen. Menschen hingegen, mit ihren meist vollständig unterentwickelten Möglichkeiten, gehen mir ziemlich schnell auf den Sack.

Während meine Hunde in jeder Sekunde ihr Bestes geben, schludern die meisten Menschen 24 Stunden am Tag so vor sich hin. Sie sind von ihren Möglichkeiten derart weit entfernt, dass sie mir in 99,25 Prozent der Fälle weniger bieten als meine Hunde. Das klingt erschreckend, halte ich aber für wahr.

Und ich bin in einem Alter, in welchem man sich mehr und mehr vom Selbstbetrug verabschiedet. Wer mit 53 Jahren die Menschen für einen geeigneten Umgang für sich hält, ist ein Schwachkopf. Und wie ich feststelle, gibt es viele Schwachköpfe. Und daran wird sich auch nichts ändern.

Wenn ich an Menschen denke, fällt mir fast immer nur Stumpfsinn und Psychopathologie ein. Denke ich an meine Hunde, überkommt mich das Gefühl der Lebensfreude. Lebensfreude versus Stumpfsinn und Psychopathologie. Was würden Sie wählen, hätten Sie die Wahl (und wären kein Psychiater)?

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