Campen mit Hunden

Nun war es nun also soweit gewesen – campen mit Hunden, mit meinen beiden Hunden Alina und Lea, einem Kurzhaarcolli-Schäferhund-Mix und einem Holländischen-Schäferhund-Mix. Beides Hündinnen.

Seit Wochen dibberte ich diesem kleinen Ausflug in das Umland von Lüneburg entgegen. Endlich weg von der Zivilisation, keine Mauern und Tapeten, keine Festung, Menschen weit von mir entfernt. Stattdessen Insekten, Bäume, Wildschweine, Füchse, Wölfe, Dachse, Mäuse, Rehe und anderes Getier um mich herum.

Es wurde eine Nacht auf der Wiese eines alten Bauernhofs am Rande eines winzigen Dorfes. In der Nähe von vier Windrädern, deren Geräusche so klangen, als würde permanent ein Flugzeug in großer Höhe über uns kreisen.

Die Nacht erfüllte dennoch vollständig ihren Zweck. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich mit meinen Hunden die erste Nacht außerhalb eines Hause nicht im Wald verbrachte. Der Besitzer des Grundstücks war sehr freundlich und ich musste in der Einfriedung auch keine Angstattacken meinerseits befürchten.

Nachdem ich das Zelt aufgeschlagen hatte, machte ich mich mit den Hunden auf zu einem kleinen Spaziergang entlang der Feldmark. Für die Hunde gab es eine Menge zu schnüffeln und für mich waren ebenfalls neue Eindrücke dabei. Mit dem Sonnenuntergang zog ich mich in das Zelt zurück, während Alina wachsam vor dem Zelt lag und Lea im Vorzelt sitzend Wache schob.

Die Hunde hatte ich jeweils an einer 5 Meter langen Leine an Erdschrauben gesichert. Wie ich sie dann aufforderte, in das Innenzelt zu kommen, waren sie sogleich dazu bereit. Alina hatte während unserer Übung im heimischen Garten das Innere des Zeltes gemieden, jetzt lag sie im hintersten Winkel des Innenzeltes und fühlte sich offensichtlich wohl. Ebenso die kleine Lea, die es sich am Eingang des Innenzeltes gemütlich gemacht hatte.

Beide Hunde blieben lange wachsam (Ohren!), überließen sich aber schließlich einer entspannteren Haltung. Zwei, drei Mal in der Nacht machten sich beide auf den Weg nach draußen, jedoch ohne Hektik und ohne Wuff und Kläff. Nach kurzer Verweildauer außerhalb des Zeltes machten sie es sich wieder im Innern gemütlich. Das Zelt hatte ich dafür komplett offen gelassen.

Ich hatte für uns zwei Iso-Matten ausgebreitet und darüber eine Decke gelegt, sodass für das körperliche Wohlbefinden aller gesorgt war.

Meine Nacht verlief eher unruhig und war durch eine Art „Gedankenexplosion“ geprägt. Der Aufenthalt im Zelt ohne TV und Strom und gewohnter Umgebung hatte meine Gedankenwelt offen-sichtlich etwas verformt.

Auch wenn ich die Nacht mit relativ wenig Schlaf verbrachte, will ich diese Art des Campings auf jeden Fall wiederholen. Leider habe ich mir bei der Abfahrt den hinteren Teil meines PKW zerdeppert,

aber das wird auch für irgendetwas gut gewesen sein und soll mich nicht davon abhalten, ein neues Abenteuer dieser Art zu wagen. Das nächste Mal besteht die Möglichkeit, wirklich im Wald zu übernachten, was natürlich eine andere Art der Herausforderung wird.

Und wenn ich vorsichtiger mit dem Auto umgehe, dann wird die Sache vielleicht runder als beim letzen Mal. Ich für meinen Teil kann nur jedem empfehlen, sich ein Zelt zu beschaffen (kosten heute nix mehr) und ein oder zwei Nächte unter dem Sternenhimmel zu nächtigen. Wohnmobile und Wohnwagen schirmen, glaube ich, zuviel von der Außenwelt ab, sodass man irgendwie gleich zuhause bleiben kann.

In diesem Sinne, bis später, Ihr Jörg Baumann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.