Man muss raus!

Von Zeit zu Zeit sollte man auf jeden Fall über Nacht seine vier Wände verlassen und in der freien Natur schlafen. Bis Minus 10 Grad ist das mit der richtigen Ausrüstung gut möglich.

Für Hunde wird das vielleicht etwas frisch, zumal für Hündinnen mit ihrer kürzeren Harnröhre (Blasenentzündung), aber bis minus 5 Grad sollte es gehen.

Regen ist an sich auch kein Hindernis, vorausgesetzt man hat ein einigermaßen brauchbares Zelt.

Vom 18. zum 19.08.2019 werde ich es wagen, mit meinen Hunden und meiner Ausrüstung, eine Nacht im Wald zu verbringen.

Meine Ausrüstung:

1. Zelt (Outwell earth 3 oder ein mini Zweimannzelt)

2. Drei Iso-Matten (zwei für mich, eine für die Hunde)

3. Ein Schlafsack bis minus 10 Grad

4. Drei Decken (zwei für die Hunde)

5. Zwei Kopfkissen (für mich)

6. Ein Klappspaten (Toilette)

7. Eine batteriebetriebene Beleuchtung

8. Eine Stabtaschenlampe

9. Eine Stirnlampe

10. Ein umfangreiches Erste-Hilfe-Set (für die Hunde)

11. Mückenspray für die Haut

12. Ein 10 Liter Wasserkanister

13. Futter für mich und die Hunde

14. Fress- und Saufschalen (Hunde)

15. Zwei Bücher

16. Ein kleines Kofferradio

17. Ein Smartphone

18. Toilettenpapier

19. Eine Unterlegplane

20. Eine Thermoskanne mit Kaffee

Das ist alles, was ich und meine Schnaufis brauchen. Und natürlich einen geeigneten Platz. Ein Kumpel kennt jemanden, der einen Wald besitzt und mich dort eine Nacht campieren lassen will. So entgehe ich der Gefahr, Nachts in eine doppelläufige Schrotflinte zu schauen.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert und wenn es das Letzte ist, was ich in meinem Leben tun werde. Denn was soll noch kommen? Außer Wiederholungen?

Durch meine unzähligen und extrem intensiven Menschenkontakte habe ich mich in die Richtung der Misanthropie entwickelt. Da hilft nur eines: Abstand zu den Menschen halten und die Kontakte auf ein Minimum reduzieren.

Während des letzten Winters testete ich mein Outwell earth 3 Zelt bei minus einem Grad und fand das wunderbar. Zwei Iso-Matten hielten mich von unten top warm! Die Hunde schliefen allerdings im Haus – ha, sie hatten die Wahl. Aber mir wurde berichtet, dass sie bei jedem Aufstehen meinerseits in der Nacht Meldung machten.

Eigentlich hatte ich vor, im Wald zu schlafen, die Sache war auch angeplant, aber dann wurde es kälter und mir das Ganze wegen der Hunde (Blase) zu ungewiss.

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Plan allerdings neu aufgelegt und, wie gesagt, einen Platz in einem Privatwald in Aussicht gestellt bekommen (für ein paar Stücke guten Käse:).

Das einzige Problem, das ich jetzt noch mit mir rumschleppe, ist die Frage, ob ich meine Hunde in der Nacht irgendwo festmachen soll oder nicht. Aber da werde ich den Waldbesitzer fragen. Wenn es ihm egal ist, entscheide ich aus der Situation heraus. Ansonsten ist alles klar.

Klar ist auch, dass ich mich extrem auf diese erste Nacht im Wald mit meinen Hunden freue. Vorfreude ist bekanntlich die größte Freude und ich genieße sie in vollen Zügen. Meine Erwartungen bezüglich des Waldbesitzers habe ich erstmal auf Null runtergefahren.

Wenn er jedoch o. k. ist, dann steht mir und meinen Schnaufis eine hocherfreuliche Zukunft in Aussicht. Keine Menschen, keine Häuser und Tapeten und Klos, keine Autos – nur die Geräusche, Gerüche und das Licht des Waldes, herrlich! Einwandfrei!

Wichtig ist, dass die Ausrüstung minimiert ist und bleibt. Vielleicht schlafe ich auch außerhalb des Zeltes, je nachdem wie sich meine Hunde verhalten. Und ich ziehe das auch bei Regen durch.

Eine Nacht im Wald ist sehr erholsam. Ich kann mir im Moment nichts Erholsameres für mich vorstellen. Dazu kommt, dass diese Erfahrung auch die Bindung zu meinen Hunden noch einmal neu definiert.

Und es muss der Wald sein. Zuhause im Garten eiern die Hunde so rum, wollen nicht ins Zelt, sondern lieber ins Haus und dann schlagen sie bei jedem Gang meinerseits außerhalb des Zeltes Alarm – das ist unbefriedigend.

Dennoch denke ich darüber nach, in drei Tagen nochmal ein Probeübernachten im Garten zu starten, vielleicht mit geöffneter Terrassentür. So können die Hunde entscheiden, ob sie bei mir bleiben, bzw. können jederzeit zu mir kommen.

Also, man muss, will man seelisch nicht zu Grunde gehen, solche Maßnahmen ergreifen, die das Seelenheil sichern. Und sichernde Maßnahmen haben, wie auch immer, in jedem Fall etwas mit Reduktion zu tun. Kein Strom, kein fließend Wasser, keine Heizung, kein safeartiger Verschluss, keinen Herd, keine Badewanne und keinen Kühlschrank.

Bleiben Sie am Ball, ich werde berichten (und fotographieren). Bis später, Ihr Jörg Baumann

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