Leben mit Hunden Teil 15 (Ruhe und Gelassenheit)

Schauen Sie sich das Beitragsbild an – Alina, der Kurzhaar-Colli-Mix liegt entspannt ein wenig abseits des Geschehens (einem Tag der offenen Tür im Tierheim) und beobachtet ruhig die Szene vor ihm.

Der Hund ist souverän, ist nicht weit von mir entfernt und entspannt aber wachsam. Souverän und wachsam, das sind die Zustände, in welchem auch der Hundeführer sein sollte.

Viele schreiben darüber, dass der Hundeführer ruhig, gelassen und konsequent sein soll, aber das sind für den Leser erstmal nur Worte.

Ruhe, Gelassenheit und Konsequenz kann man allerdings lernen, bzw. weiter in sich entwickeln. Im Umgang mit Menschen und Hunden ist diese Grundhaltung empfehlenswert. Warum? Weil sie vor unbesonnenen Handlungen schützt, weil sie eine gute Voraussetzung ist, den verschiedenen Sachverhalten des Lebens angemessen gegenüber zu treten.

Die genannten Grundhaltungen sind einfach zu lernen. Beobachten Sie Ihren Hund oder Ihre Hunde. Wissen Sie immer, was diese gerade wollen und nicht wollen? Vermutlich ist Ihnen das nicht immer klar. Mir geht es jedenfalls so.

Wenn ich also mal wieder vor meinen Hunden stehe, vorzugsweise Alina, dem Kurzhaar-Colli-Mix, dann muss ich mitunter kurz überlegen und in mich hineinfühlen, was es da ist, was der Hund will. Will er vielleicht einen anderen Weg gehen als ich? Will er sogleich den Rückweg nach Hause antreten? Will er einfach eine Pause machen und sich ausruhen? Will er ein Leckerli eingeworfen bekommen? Bleibt er stehen, weil er irgendetwas auf uns zukommen sieht, was ich noch nicht wahrgenommen habe? Wartet er auf meinen anderen Hund? Will er gestreichelt werden? Will er seine Hauptmahlzeit? Will er spielen? Will er raufen?

Diese Fragen kann ein erfahrener Hundeführer viel schneller beantworten als ich, der ich mich zu den Laien in der Hundeführung zähle. Wenn mein Hund also z. B. unterwegs stehen bleibt, kann ich an ihm rupfen und zerren und ihn laut besprechen, aber das halte ich nicht für die Lösung, die das gemeinsame Miteinander, das Verstehen und das Vertrauen untereinander fördert.

Ich muss mich also zur Ruhe zwingen, zu einer Art „inneren Anhaltens“ und schauen und prüfen, was jetzt gerade vor sich geht. Wenn ich mir die Zeit dafür und diese Ruhe gebe, dann finde ich immer heraus, was mein Hund will. Passt das mit dem, was mir zu diesem Zeitpunkt möglich ist, zusammen, dann gehe ich auf den Wunsch des Hundes ein.

Wichtig für mich ist, dass ich ihn, wenn es weiter geht, kurz anschaue. Denn er schaut auf jeden Fall zu mir. Durch das gegenseitige Anschauen geben wir uns zu verstehen, dass die getroffene Entscheidung für uns beide o. k. ist. Der Hund wirkt dann zufrieden auf mich und ich bin es auch.

Die Entscheidungsfindung, was jetzt gerade angesagt ist, bedarf also einer inneren Ruhe und Ausgegelichenheit des Hundeführers. Ist man in Bezug auf Ruhe und Ausgeglichenheit noch lernfähig, ist da noch Luft nach oben, sind Hunde extrem gute Lehrer, diese Verhaltensweisen und trainieren.

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