Konzentration auf das Gute

Sind Sie psychisch krank, und die meisten von uns sind das in erheblichem Maße, dann bringen Ihnen meine Darstellungen hier eher nichts. Dann hilft nur der Gang zum Psychiater, welcher allerdings auch wenig Sinn macht, da den meisten der Verstand fehlt, um aus diesem Nutzen für sich zu ziehen.

Wenn Sie einigermaßen normalsinnig sind, dann wissen Sie vielleicht schon, was ich hier vorstelle und sind ebenfalls kein Kandidat für diesen blog. 

Daraus folgt, dass ich nur für einen sehr kleinen Kreis von Menschen schreibe. Neben der Normalsinnigkeit setzt dieser blog voraus, dass man lesen kann und kritikfähig ist. Sind Sie auf Bilderbücher angewiesen, dann ist dieser blog auch unerquicklich.

Dieser blog wendet sich an normalsinnige, denk- und kritikfähige Menschen, für die das Lesen kein Problem darstellt und die vielleicht bestätigt haben wollen, dass sie mit ihren Ansichten nicht allein auf der Welt sind.

Um das Gute zu erreichen, ist es meist schon hilfreich, das Schlechte zu meiden. Was dann übrig bleibt, das ist nicht unbedingt das Gute, aber das Schlechte ist auch erstmal aus dem Rennen 🙂

Was man dann mit sich anfängt, wenn man das Schlechte so gut wie möglich umgangen hat, das bleibt jedem selbst überlassen. Einige zählen Grashalme, andere sammeln Autos, andere machen Sport, beschäftigen sich mit Astronomie – was auch immer. Mir ist jemand, der mit Leidenschaft Grashalme zählt allemal lieber, als jemand, der sich für nichts interessiert. Von denen, die sich für nichts interessieren, gibt es sehr, sehr viele.

In der Regel schließt man sich dann in Gruppen zusammen und tut gemeinsam das, was einem Freude bereitet. Der Hauptgrund, den ich bei diesem Zusammenschluss beobachten konnte, ist jedoch der, dass anschließend gemeinsam Alkohol oder sonstige Drogen konsumiert werden. Der Anlass des gemeinsamen Tuns ist aus meiner Erfahrung selten der, was das eigentlich Tun ausmacht, sondern der anschließende, gemeinschaftlich betriebene Drogen- und/ oder Alkoholmissbrauch.

Gruppen sind für mich auch aus diesem Grund mehr als zweifelhaft und sind nicht die Gesellschaft, die mir gut tut.

Was ist also darunter zu verstehen – Konzentration auf das Gute? Das Gute ist natürlich zunächst, dass man, wenn man in einer reichen und freien Gesellschaft lebt, dass man überhaupt lebt. Die Wahrnehmung, am Leben zu sein, ist die erste Konzentration auf etwas, was ich gut nenne.

Für diesen Umstand braucht man in der Regel Ruhe und Zeit. Wenn ich mich dann auf mein Leben konzentriere, auf meinen augenblicklichen Zustand, dann kann ich das einfach genießen, meinen Gedanken freien Lauf lassen, mich an Angenehmes erinnern und angenehme Vorstellung bezüglich meiner Zukunft anstellen.

Ich kann in diesem Zustand auch darüber nachdenken, was mit mir im Augenblick und der näheren zeitlichen Umgebung nicht so gut ist, von mir als belastend wahrgenommen wird. Und ich kann während dieser Ruhezeit Pläne entwickeln, wie ich dieses Belastende aus meiner Welt schaffen kann und wer mich dabei unterstützen könnte.

Im Moment konzentriere ich mich z. B. auf diesen Text und versuche, in gut werden zu lassen – gut für mich und gut für meine Leser. Dabei kann ich ab und zu einen Schluck Kaffee trinken, was ich auch gut finde, ich kann zwischendurch eine Zigarette rauchen, was mir ebenfalls gefällt, ich kann ein wenig umhergehen und abschweifend an Zukünftiges denken, worauf ich mich freue.

So erfreue ich mich an dem Gedanken, meine Freundin um mich zu haben, meine Hunde, die Kinder meiner Freundin und andere Menschen, die ich schätze. Ich freue mich auf mein Sein auf Wiesen und in Wäldern, an Seen und an Flüssen, auf das Autofahren und Fernsehglotzen. Der Gedanke an Essen ruft in mir auch gelegentlich ein gutes Gefühl hervor.

Ich freue mich auf freie Tage, an denen ich 24 Stunden mit meinen Hunden abhängen kann, auf die Dunkelheit und Stille der Nacht. Ich freue mich über kühles Wetter, leichten Regen und Einsammkeit. Haushaltsarbeiten zählen für mich zwar nicht zum Hochgenuss, aber selbst auf diese freue ich mich gelegentlich. Sie sind einfach zu händeln und bringen einen großen Nutzen für das Gemeinschaftsleben.

Damit wollte ich Ihnen nur einen Einblick geben, was zur Freude führen kann – das Denken an Zukünftiges und Tatsächliches im Jetzt. Manchmal sind Erinnerungen an Vergangenes ebenfalls gut. Denke ich an die letzten beiden Ausgänge mit meinen Hunden, dann füllt mich das mit dem Gefühl der Zufriedenheit. Auch das ist gut.

Manchmal sind zufällige Begegnungen mit Menschen erfrischend, so die Dame mit dem kleinen Hund, einem Chihuawa oder so. Diese Frau ist wach, freundlich, sieht gut aus, was will ich mehr? Ein kurzer Schwatz mit ihr, ein kurzes Spiel mit ihrem Hund und alles ist gut.

Meine Berichte der letzten Wochen sind in Gänze eine viel zu starke Hinwendung an das Negative. Aber vielleicht war das alles notwendig, um dieses nochmal deutlich für mich (und Sie) zu identifizieren.

Das Leben ist nicht nur „Liebe, Freude, Eierkuchen“, aber eben auch das. Und nachdem ich gestern mal wieder extrem mit dem Niedersten, was Menschen bieten können, konfrontiert gewesen bin, fällt es mir deutlich leichter, über das Gute zu schreiben. In diesem Sinne, Ihr Jörg Baumann

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