Menschen meiden

Man muss einfach mal raus aus dem Hamsterrad des Alltags. Immer die gleiche Routine, immer die gleichen Sätze, immer die gleichen Menschen mit den immer gleichen Ansichten. Mich erinnert mein Umfeld an das Leben in einer Anstalt für geistesgestörte Menschen. Wenn ich von geistesgestört spreche, dann in dem Sinne, dass die meisten meiner Mitmenschen ihr Gehirn nicht zum Denken benutzen.

Wenn zum Denken auch gehört, seinen eigenen Standpunkt in Frage stellen zu können, was für eine Weiterentwicklung nötig ist, dann muss ich ihnen diese Fähigkeit einfach absprechen. Dieser Sachverhalt bestätigt meine Behauptung, dass sich die meisten Mensch fortgeschrittenen Alters im Stadium von 15 oder 16 Jährigen befinden, also entwicklungstechnisch in der Spätpubertät stehen geblieben sind.

Von diesem „Affenzirkus“ brauche ich einfach mal eine Auszeit. Zum Beispiel in einem Hotel außerhalb Deutschlands. Warum außerhalb Deutschlands? Weil ich im Ausland die Menschen nicht verstehe, wenn sie sprechen. Mir ist es unerträglich, in meiner Freizeit irgendeinem dieser geistesgestörten Menschen zuhören zu müssen und ihn auch noch zu VERSTEHEN!

Vor ein paar Tagen war ich für eine Woche in einem Hotel auf Gran Canaria und konnte den Aufenthalt genießen, weil die Gäste überwiegend aus Spanien kamen, der Rest aus Ländern des ehemaligen Ostblocks und nur vereinzelt sogenannte Deutsche waren. Und dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege, bestätigte sich dadurch, dass zu den wenigen Deutschen eine Gruppe Grölmaxe in den Mittezwanzigern gehörte, die in ihrem saufgeilen und lauten Auftreten genau das darstellten, dem ich zu fliehen versuchte.

Nach meiner Rückkehr beschloss ich für mich, dass ich keinen Urlaub mehr ohne meine Hunde verbringen werde und als nächstes Ziel eine Region ansteuern, in der Menschen äußerste Mangelware sind. Die skandinavischen Länder sind in meiner Greifbarkeit hierfür die erste Wahl. Finnland fällt dabei aus, weil zu weit weg, Norwegen aus gleichem Grund, bleibt Schweden.

Wer weiß, was die Zukunft noch bringt. Mein nächstes Urlaubsziel ist auf jeden Fall Schweden. Dort werde ich ein kleines Haus mieten, weit weg von Menschen, nur ich, meine Freundin und meine Hunde, fertig.

So, wie ich letztens für mich feststellte, dass die meisten Menschen geistesgestört sind und ich die nächsten Urlaube nur noch mit Hunden verbringen will, so ist in mir die Erkenntnis gewachsen, dass ich gut beraten bin, wenn ich in meiner Freizeit Menschen so gut wie möglich meide. Mit diesem Entschluss habe ich, kann ich behaupten, ein gutes Gefühl.

Und darum geht es ja schließlich: das gute Gefühl. Ich habe keine Lust mehr mir irgendwas schön zu reden oder Empfindungen in mir zu verleugnen. Mich interessiert was ist. Ebensowenig, wie ich die Gegenwart meiner geistesgestörten Zeitgenossen ertrage, ertrage ich meine Rede bezüglich dieser Menschen. Daraus folgt, mich so wenig wie möglich affizieren lassen und ihre Gesellschaft möglichst zu meiden und dabei schauen, dass das Verbleibende einen angenehmen Zustand verspricht.

Wenn man also klar hat, dass einem die meisten Menschen nicht gut tun, dann muss man sie eben meiden. Ändern kann man sie nicht, denn das würde voraussetzen, dass sie sich hinterfragen können und wollen. Und diese Erfahrung haben ich nicht gemacht. Die meisten Menschen daddeln so vor sich hin, benutzen ihr Gehirn für den Gang zum Kühlschrank und den Weg zur Toilette, der Rest ist für sie scheinbar Zufall oder Notwendigkeit.

Es ist wirklich wichtig, diese Einsicht „gesehen“ zu haben, denn dann kann man angemessen handeln. Nichts ist blöder, als den meisten Menschen die Pest an den Hals zu wünschen und diese gleichzeitig auch noch freiwillig aufzusuchen – und dann noch über sie zu lästern. Das ist dann ja noch blöder als blöd. Muss ich nicht haben.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, was man, was ich haben will. Ich mag Ruhe. Ich muss Menschen nicht mal sehen, um von ihnen vollständig abgenervt zu sein, mir reichen schon ihre Geräusche, um sie an das Ende der Welt, besser auf die Rückseite des Mondes zu wünschen.

Und wenn Geld für etwas gut ist, dann dafür, möglichst viel Raum zwischen sich und die Menschen zu ermöglichen. Wenn man dabei nicht zu den Reichen gehört, dann muss man einen Zwischenweg nehmen. 

Das fängt beim Wohnen an. Wer kann sich schon eine Bleibe kaufen, die eine möglichst große Distanz zwischen sich und die anderen bringt und die in der Zivilisation befindlich ist? Ich nicht.

Aber ich habe einigermaßen Glück, was das Wohnen betrifft. Ein Nachbar ist einer der Ostgoten, aber die anderen sie freundlich und zivilisiert, die nächsten Ostgoten wohnen ein paar Grundstücke entfernt.

Gut ist auch, dass ich gut mit mir klarkomme und meine Mitbewohnerin das Wichtigste von dem versteht, was ich so von mir gebe und sich selber klar mitteilen kann. Ansonsten brauche ich nur ab und an ein verständiges Gespräch mit anderen, so zwei Mal im Monat. Für den Rest genüge ich mir selbst und befriedigt mich die Gesellschaft meiner Hunde.

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