Mitmenschen

Wenn es nicht soviele Menschen geben würde, die nicht klar denken, bzw. überhaupt nicht denken können, dann wäre das Leben vielleicht etwas eträglicher. Wobei das nur eine Vermutung ist. Vielleicht würde alles auch nur viel schlimmer sein.

Mir reicht mittlerweile im 52igsten Lebensjahr das Angesichtigwerden von Menschen, um mir zumindest die nächste Minute meines Lebens zu verderben. Wie man Autos ansieht, für welchen Mangel sie beim Menschen konstruiert wurden, so sehe ich bei den meisten Menschen ungefähr ihr vollständiges Elend, welches sie aktuell und bis zum Ende ihrer Tage mit sich herumschleppen. 

Menschen sind für mich in den meisten Fällen wie Bilder von Hieronymus Bosch. Deshalb versuche ich in meiner Freizeit Menschen so gut ich kann zu meiden. Falls Sie die Bilder von Hieronymus Bosch kennen, bekommen Sie eine Ahnung davon, was ich meine.

Warum sollte ich mir Bilder dieses Malers anschauen, freiwillig, wenn ich meine, dass mir die Betrachtung derselben nicht gut tut?

Oftmals handeln Menschen so, dass sie das aufsuchen, was sie schrecklich finden, um sich dann darüber zu beschweren, wie schrecklich es ist. Mit anderen Worten: Die Menschen gehen freiwillig ins Irrenhaus und meckern dann anschließend endlos darüber, dass dort so viele Verrückte sind.

An diesem Handeln habe ich kein Interesse. Sicher handelte ich (unbewusst) genau so, aber seit längerem habe ich da eine klare Entscheidung für mich getroffen: Menschen meiden! Natürlich meide ich nicht alle Menschen. Meine Lebensgefährtin kann ich zum Beispiel gut ertragen, einen Nachbarn mag ich auch und einige andere Menschen ebenfalls. Ihre Gegenwart schätze ich mal mehr oder weniger lang und eine Begegnung ist mir meist willkommen. Wie auch einige Begegnungen mit Hundeführern und ihren Hunden, wobei ich zugeben muss, dass mich die Hunde in der Regel mehr interessieren als ihre Besitzer. Allerdings haben gute Hunde auch gute Besitzer, was einen Smalltalk mit diesen angenehm macht.

Ansonsten will ich mit Menschen sowenig wie möglich zu tun haben. Und diese Entscheidung halte ich für vollkommen vernünftig. Während ich die Menschen, die ich meide, für vollständig unvernünftig halte, fast so, als hätten sie den Zug zum Menschsein verpasst. Dabei bin ich diesen Menschen nicht irgendwie böse gesonnen, denn sie sind durch ihr Sosein gestraft genug. Einen Blödmann kann ich aus dem Weg gehen, er nervt mich ein paar Minuten. Den, den der Blödmann jedoch 24 Stunden, Tag für Tag, Woche für Woche, bis an sein Lebensende als ersten und am intensivsten nervt, ist er selbst. Insofern erleidet er oder sie schon die Höchststrafe. Bleibt mir im Grunde, allen Blödmännern ein möglichst langes Leben zu wünschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.