Mein Leben mit Hunden Teil 10

Von Hunden lernen heißt, die Selbstwahrnehmung verbessern, bzw. erstmal herzustellen. Meine Hunde scheinen eine genaue, eine wahre Vorstellung davon zu haben, wie ich gerade gestimmt bin.

Tue ich zum Beispiel so, als würde ich große Lust haben, mit ihnen neues Verhalten einzustudieren, in Wahrheit aber viel zu müde dafür bin und mich lieber hinlegen und abschlaffen will, dann merken die Hunde das sofort; und machen folglich nicht richtig oder garnicht mit.

Wenn ich das nicht merke, dann halte ich meine Hunde für blöd und/ oder unaufmerksam, für lustlos und faul. Sie merken, worauf das hinausläuft. Wenn meine Hunde lustlos sind, neues Verhalten einzustudieren, kann das ihre Lustlosigkeit sein oder ihr Erkennen, dass ich ihnen etwas vormache, womit sie nichts anfangen können.

Hunden nicht so wahrhaftig wie möglich gegenüber zu treten, verunsichert diese. Das kann soweit führen, dass sie das Vertrauen in ihren Hundeführer verlieren.

Eine gute Selbstwahrnehmung ist im Umgang mit Hunden notwendig, will man eine gute Zeit mit ihnen haben. Und natürlich ist für eine gute gemeinsame Zeit zudem eine geschulte Wahrnehmung der Befindlichkeit der Hunde wichtig.

Hunde zeigen klar und wahr, was mit ihnen los ist. Sie verstellen sich nicht. Und sie können nur etwas mit Hundeführer anfangen, die sich ebenfalls nicht verstellen, sondern so sind, wie sie gerade sind. Das heißt aber auch, dass man seine Impulse im Griff hat. Eine gute Impulskontrolle ist ebenfalls etwas, was man gut im Zusammensein mit Hunden lernen kann.

Will der Hunde vielleicht dort lang gehen, wo ich keinesfalls langgehen will, kann mein erster Impuls sein, ihn an der Leine mit mir zu zerren. Vor allem, wenn es wiederholt auftritt und ich vielleicht übermüdet bin.

Ich halte das für einen unangemessenen Einsatz von Körperlichkeit. Dem Hund (und Menschen) gegenüber lehne ich unangemessne Körperlichkeit ab. Das erste was ich lerne ist also, in mir den Impuls wahrzunehmen (Selbstwahrnehmung), dann zu fragen, ob das dem Impuls folgende Verhalten angemessen ist und ggf. nach Alternativen zu suchen. Man lernt also auch, die Ruhe zu bewahren.

Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle, Findung alternativer Handlungsmöglichkeiten, Wahrheitssuche und das Bewahren von Ruhe – hier sind Kinder und Hunde unsere besten Lehrer. Lernen Sie noch?

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