Mein Leben mit Hunden Teil 7

Was wäre das Leben ohne Hunde? Um zufrieden mit den vierbeinigen Fellnasen ums Eck zu ziehen, muss ich mich auf sie einlassen. Das fängt damit an, dass ich Blickkontakt mit meinen Hunden halte. Ich habe die Guten immer im Auge oder den Augenwinkeln. Die Hunde schauen mich ab und zu an, gucken, ob ich noch da bin, wie ich gerade so aufgestellt bin und weiter geht’s. Das ist so eine Art Kontrollblick, den ich, wenn ich ihn wahrnehme, stets mit einem Nicken und einen „o. K.“ erwidere. Oder einer der Hunde, meistens Alina, die Ältere, hat einen Vorschlag was den einzuschlagenden Weg betrifft. Sie bleibt dann stehen und schaut mich unterwürfig an, ohne den Blick von mir zu wenden. Dann heißt es für mich herauszufinden, wo sie lang will. Geradeaus fällt schon mal raus, also teste ich die anderen Himmelsrichtungen, bis sie munter weiter trabt. Lea, der jüngere Hund, muss dann mit, was er auch widerspruchslos tut.

Ohne darauf zu achten, was Hunde von mir wünschen und ohne herauszufinden, was es denn nun gerade ist, macht das Abhängen mit ihnen keine Laune.

Und das Zusammenleben mit Hunden soll zufrieden stellen – den Hundeführer und den Hund, bzw. die Hunde. Wenn ich zurzeit mit den Hunden losziehen, achte ich darauf, dass soetwas wie eine Einheit zwischen uns entsteht. Die Hunde können das untereinander ganz gut. Schnüffelt der eine an irgendwas, was den anderen nicht interessiert, wartet dieser gelassen und umgekehrt. Und ich warte auch. Und die Hunde warten auch auf mich und drängeln nicht, wenn ich mal stehen bleiben, mir eine Zigarette drehe, etwas beobachte, Wasser lasse. Gerade Alina schaut sehr regelmäßig nach Lea und nach mir. Das funktioniert im Moment alles sehr entspannt.

Man braucht halt Zeit und sollte sich auf das Jetzt einlassen können und keinen Termindruck oder sowas. Man sollte halt nicht dauernd an irgendwas Vergangenes oder Zukünftiges denken (was übrigens sehr gut der Entspannung zu dienen scheint). Manchmal plane ich zwei Stunden Gassigehzeit ein und Alina entscheidet schon nach 30 Minuten, dass sie lieber wieder nach Hause gehen will. Natürlich gehe ich dann darauf ein. Der schwarze Hund, Lea, muss dann mit, Alina gibt den Takt vor. Sie ist von den beiden der Chef.

Blöd ist natürlich der Leinenzwang in einigen Bundesländern, in Mecklenburg sogar ganzjährig. Also heißt es Stellen suchen und finden, wo die Hunde, ohne von einem Jäger abgeknallt zu werden, frei laufen können. Diese Stellen sind sehr rar in meiner Gegend, was mich natürlich ziemlich nervt. Deutschland – das Land er Konzentrationslager, Obersturmbannführer und des Leinenzwangs, gute Nacht.

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